Ierapetra










 


Ierapetra im Südosten von Kreta ist die geographisch südlichste Stadt in Europa, wenn man Zypern und die Kanaren nicht zu Europa zählt. Das trockenere und warme Klima des Ostens von Kreta lockt auch im Winter vereinzelt Touristen (besonders Langzeiturlauber) an. Die Stadt hat eine angenehme, etwas ländlich langweilige, Atmosphäre. Die Gegend um Ierapetra  ist bei nordeuropäischen Langzeittouristen und Auswanderern beliebt. Es gibt nach wie vor keinen großen Massentourismus wie an der Nordküste von Kreta. Ierapetra soll den längsten Strand Kretas haben.

Ierapetra

Sehenswürdig ist vor allem die Altstadt von Ierapetra. Die schmalen Gassen, in denen man sich leicht verlaufen kann, sind zu eng für Autos. Die Moschee, den Fischerhafen und das ins Meer hinausgebaute Kastell (Festung) aus dem 17. Jahrhundert sollte man sich anschauen. Die Festung namens Kales wurde von Piraten aus Venedig unter ihrem Anführer Pescatore errichtet. Die Moschee mitten in dem alten Teil von Ierapetra wurde in den letzten Jahren aufwendig renoviert.

Das Archäologische Museum (2 € Eintritt, Öffnungszeiten 8:30 bis 15 Uhr, Montags geschlossen) befindet sich in der Altstadt. Das bekannteste Ausstellungsstück des Museums ist die 1,50 Meter hohe Statue, die Madonna von Ierapetra. Die Statue aus dem ersten Jahrhundert n.Chr.  ist gut erhalten und wurde von einem Bauern bei der Feldarbeit gefunden. In den anderen Räumen befinden sich Vasen, Miniaturen, Sarkopharge, Töpferwaren und Skulpturen aus der minoischen und römischen Zeit. Auf Grund der süd-östlichen Lage in Europa war Ierapetra in der Vergangenheit strategisch wichtig. Napoleon ist von hier im Jahr 1798 weiter nach Ägypten gefahren. Das Haus, indem er übernachtete, ist beschildert.

 

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Insgesamt ist Ierapetra weniger touristisch als viele andere Orte an der Südküste von Kreta. Ierapetra ist mit über 25.000 der bei weitem größte Ort und einzige Stadt an der Südküste der Insel. Touristen prägen deshalb das Stadtbild nicht so sehr. Zum anderen ist die Umgebung nicht sehr attraktiv. Sehr viele Treibhäuser bestimmen das Bild, auch entlang der Küste. Viele Bewohner der Gegend um Ierapetra leben von der Landwirtschaft. Durch das wärmere Klima als anderswo in Europa ist hier das Gemüse etwas früher reif. Dadurch lässt sich ein höherer Preis erzielen. In der Regionen werden sogar Bananen angebaut. Hauptprodukte sind jedoch Tomaten und Salat-Gurken. Des Weiteren sind es 100 Kilometer zum Flughafen in Heraklion, zu weit für die großen Reiseanbieter der Pauschaltouristen. Insgesamt ist Ierapetra somit weniger vom Tourismus beeinflusst als vergleichbare Ortschaften auf Kreta. Wer "typisch Kreta mit Meer und Strand" sucht, könnte in Ierapetra richtig sein.

Ierapetra ist nicht nur die südlichste Stadt in Europa, es ist auch einer der wärmsten Orte in der Europäischen Union. Mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von 19,9 Grad ist es im Durchschnitt hier wärmer als in Deutschland im Sommer. Der Osten von Kreta ist wärmer und trockener als der Westen. Im Januar ist die durchschnittliche Höchsttemperatur in Ierapetra mit 16,5 Grad rund 1,5 höher als in der Chania (Kreta) im Westen der Insel. Deswegen gibt es in der kleinen Stadt einige Ausländer, die hier überwintern. Man daf aber kein Strandwetter erwarten, das Wasser im Meer hat aber im Januar immerhin rund 16 Grad. Der Sommer ist lange und sehr trocken, im Juli und August regnet es so gut wie nie, selbst Wolken sind die Ausnahme.

Unterkünfte Ierapetra

Einen Campingplatz oder Jugendherberge gibt es in der größten Stadt an der Südküste Kretas nicht. Der nächste Zelt-Platz befindet sich 8 km östlich. Man kommt dort hin, indem man den Bus Richtung Sitia nimmt. Der Platz ist gut und hat ein Restaurant und einen kleinen Laden. In der Altstadt und in der Nähe des Busbahnhofs findet man die günstigsten Zimmer. Ich habe vor einiger Zeit im Coral in der Altstadt übernachtet. Dieses kleine Hotel kann ich weiterempfehlen. Wir haben 30 Euro für ein Doppelzimmer mit Bad, Fernseher usw. bezahlt. Gut, preiswert und zentral in Ierapetra ist das größere Galaxy Hotel (nur etwa 100 Meter vom Strand). Sehr beliebt und immer wieder gelobt wird das El Greco Hotel (20 Zimmer) direkt am Meer. Auch das reichhaltige Frühstücksbuffet im amerikanischen Stil ist grandios.

Tipp 1:  Gute Übersicht über weitere Hotels in Ierapetra

Tipp 2: Tolle Übersicht über Ferienwohnungen in Ierapetra (Kreta)

Essen und Einkaufen Ierapetra

Wer ein gutes Fisch-Restaurant in Ierapetra sucht, ist im Levante genau richtig. Es ist ebenfalls an der Promenade nahe der Altstadt und eine typische Familien-Taverne. Neben dem fangfrischem Fisch werden auch die schmackhaften, typisch griechischen Vorspeisen im Levante immer wieder gelobt.

Im I Kalitexnes werden als Zutaten Bio-Produkte verwendet. Der Cheft kommt aus Ägypten auf der anderen Seite des Meers. Entsprechend sind die Speisen im I Kalitexnes arabisch geprägt. Leider ist die Taverne nördlich der Altstadt nicht ganz einfach zu finden. Adresse: Kyprou-Straße 26.

Ein gutes, sehr günstiges Restaurant ist das Restaurant Castello an der Strandstraße unweit der Altstadt.

Wer Lust auf eine gute Pizza aus dem Stein-Ofen hat, wird in der Pizzaria Siciliana sein Glück finden. Diese Gaststätte findet man 50 Meter vom Fähranleger für die Fähren auf die Insel Chrissi (siehe oben).

Das Cafe und Teehaus Cactus hat für etwa 2 Euro die Tasse (im Jahr 2013) eine große Auswahl an Biotee aus aller Welt. Den besten Kuchen der Stadt gibt es nach der Auskunft einigen Bewohner von Ierapetra direkt am zentalen Platz im Zentrum in einem Cafe mit dem Namen Veterano.

Im Zentrum von Ierapetra ist eine kleine Fußgängerzone mit vielen Geschäften. Die großen Supermärkte inklusive Lidl sind etwa 2 km nördlich des Zentrums. Hier kauft man Lebensmittel deutlich preiswerter ein als im Zentrum. Die Buchhandlung Fasma hat viele deutschsprachige Bücher.

Strände Ierapetra

Der Strand im Zentrum unweit des Hafens ist nicht schlecht. Er könnte abschnittsweise als Sandsstrand, in anderen Bereich eher als Kiesstrand bezeichnet werden.

Schöner ist der auch bei Einheimischen sehr beliebte Strand zwei Kilometer östlich der Innenstadt in Richtung Makrigialos. Dieser Sandstrand wird von den Kretern Agios Andreas (Heiliger Andreas) bezeichnet. In den Ortschaften etwa 10 km weiter östlich wie in Agia Fotia gibt es sehr schöne Strände. Richtung Westen gibt es bis Mirtos (etwa 20 km) kaum besuchenswerte Strände. Die Gegend um Gra Ligia ist stark von der Landwirtschaft geprägt, Tourismus gibt es erst wieder in Mirtos.


Busse und Busfahrplan Ierapetra

Es gibt etwa sechs Busse täglich nach Heraklion, alle über Agios Nikolaos und sechs nach Sitia. Der kleine Busbahnhof ist einen guten Kilometer nördlich der Altstadt. Nach Sitia kommt man auch mit Umsteigen in Agios Nikolaos. Welche Option zu einer bestimmten Uhrzeit besser ist, kann man im Busbahnhof erfragen. Auch fahren einige Busse pro Tag von Ierapetra nach Mirtos und in die andere Richtung an der Südküste entlang bis Makrygialos (siehe unten). Die Linienbusse nach Makrygialos halten unterwegs auch in den Ferienorten Ferma und Agia Fotia (beide Orte haben schöne Strände). Insgesamt hat sich der Busfahrplan in den letzten Jahren wenig geändert. Wahrscheinlich gilt dies auch für die nächsten Jahre. Die Fahrpreise werden jede 1-2 Jahre um einige Prozent angehoben. Alle Angaben aus dem Jahr 2015.

Heraklion nach Ierapetra über Agios Nikolaos: 07:00 , 08:15 , 09:45 , 11:45 , 14:45 , 16:45 , 19:45. Der Bus um 8:15 fährt nicht am Sonntag, alle anderen Busverbindungen sind täglich.

Ierapetra - Agios Nikolaos - Heraklio:  06:30 , 08:30 , 11:15 , 14:15 , 16:15, 18:00, 20:00. Dieser Fahrplan ist täglich gleich, auch am Wochenende.

Fahrpreis von und nach Herklio 11 Euro (einfach) bzw. 22 Euro (hin und zurück), Fahrzeit ungefähr 2,5 Stunden.

 

Ierapetra - Mirtos:  05:45 ,10:15 ,12:30 ,14:30 ,17:00

Mirtos - Ierapetra:  07:00 ,10:40 ,13:15 ,14:40 ,17:40

Am Wochende fahren nicht alle diese Busse. Einfache Fahrt kostet 2,20 Euro, Fahrzeit circa 20 Minuten.

 

Ierapetra - Makrigialos - Sitia:  06:15 (Mo bis Fr) 08:30 (Mo bis Fr) 9:30 (Sa und So) 12:30 (Mo bis Sa) 14:30 (jeden Tag). Unter der Woche gibt es also 4 Verbindungen, an Samstagen 3 und Sonntagen nur 2.

Sitia - Makrygialos - Ierapetra: 06:15 (mo bis Fr) , 9:00 (Sa), 12:30 (Sa und So), 12:45 (Montag bis Freitag), 14:30 (jeden Tag) , 19:15 (Mo bis Fr).

Der Fahrpreis zwischen Sitia und Ierapetra ist 6,30 Euro einfach. Man kann auch über Agios Nikolaos nach Sitia fahren (mit Umsteigen)

Bus-Fahrpläne ändern sich in Griechenland oft ohne Vorankündigung. Der Busbahnhof in Ierapetra ist etwa 10 Minuten zu Fuß nördlich vom Zentrum. Am kleinen Bus-Bahnhof muss man die Fahrkarten vor der Fahrt am Schalter kaufen. In dem Gebäude findet man auch ein kleines Café. Die meisten Busse nach Heraklio halten auch am Flughafen, besser vorher fragen.


Parken Ierapetra

Parkplätze sind in Ierapetra im Zentrum und am Hafen gebührenpflichtig. Meist kostet das Parken für einige Stunden 2-3 Euro. Außerhalb kann man auch einen kostenlosen Parkplatz finden. Im Winter haben wir auch im zentralen Hafen nichts für das Parken bezahlt. Dennoch waren viele Plätze frei.

Stadtplan und Umgebung

Umgebung von Ierapetra

Insel Chrissi: (Auch Hrysi geschrieben). Chrissi ist eine etwa 5 km lange Insel wenige Kilometer vor Ierapetra, die unter strengem Naturschutz steht. Sie ist im Winter unbewohnt. Chrissi eignet sich ideal für einen Tagesausflug. Wanderungen und Strände sind die Highlights der Insel. Von Mai bis Oktober gibt es täglich Boote von Ierapetra nach Chrissi. Übernachten darf man hier nicht. In fast jedem Reisebüro, am Hafen oder auf dem Boot kann man Tickets kaufen. Der Ausflug nach Chrissi lohnt sich. Die meisten Besucher von Hrysi gehen zuerst 1 bis 2 Stunden die Insel erkunden und legen sich danach an den Strand. Bei einigen Reiseveranstaltern heißt die Insel auch "Donkey Island", "Eselsinsel" oder "Goldinsel".

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Mirtos: Ein schönes Dorf 16 km westlich von Ierapetra. Hier sind  die Urlauber richtig, die Ruhe suchen. Schöne Strände (zum Teil auffallend dunkler Sand) und viele Unterkunftsmöglichkeiten sind vorhanden. Es gibt etwa 6 Busse täglich von und nach Ierapetra (siehe Fahrplan oben). Weiter westlich in Richtung Ano Viannos, Karatokambos, Arvi oder Tsoutsouros kommt man mit dem Bus leider seit einigen Jahren nicht mehr (oder nur 1-2 mal pro Woche). In allen 4 Orten kann man einfache Zimmer mieten. Zwischen Ierapetra und Mirtos liegt das Dorf Gra-Ligia. Dieses Dorf ist auf der hanzen Insel für seine landwirtschaftlichen Produkte, vor allem aus Gewächshäusern, bekannt. Es ist ein wichtiges Anbaugebiet für Frühgemüse für den europäischen Markt. Da die Wintertemperatur hier selten unter 8 Grad fällt, reift hier Gemüse (vor allem Tomaten) früher als in anderen Gegenden Europas. Biegt man nach Gra-Ligia rechts ab,  kommt man nach etwa 10 km in das kleine Bergdorf Kalamafka. Sowohl das kaum vom Tourismus berührte Dorf als auch die Berglandschaft in der Umgebung sind sehenswert. Zum Dorf Mirtos findet man in diesem Reiseführer eine eigene Seite.

Koutsouras: Eine kleine Stadt etwa 20 km östlich von Ierapetra. Sie ist in den letzten Jahren stark gewachsen, vor allem durch dem Tourismus. Ist man im Frühling hier, sollte man unbedingt das Schmetterlingstal besuchen. Viele Millionen Schmetterlinge sind dort zu dieser Zeit zu bewundern.  Koutsouras liegt an der Straße von Ierapetra nach Sitia und ist somit mit dem öffentlichen Bus zu erreichen. Nicht weit entfernt befindet sich die kleine Ortschaft Agios Pandeleimonas mit einer berühmten byzantinischen Kirche, eine der ältesten Kirchen Kretas.


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