Gortys (Kreta)









 


Gortys war in der Antike für lange Zeit die größte Stadt auf der Insel Kreta. In ihrer besten Zeit hatte die Stadt mehr als eine Viertelmillion Einwohner. Diese sind sogar etwas mehr als die größte Stadt von Kreta Heraklion heute. Für damalige Verhältnisse gigantisch.

Die höchste Einwohnerzahl war in der Zeit der Römer. Gortys existierte schon bei den Minoern. Es ist aber eine der wenigen wichtigen Ausgrabungsstätten auf der Insel, die in der Zeit der Dorer und der Römer ihren Höhepunkt hatte.

Anfahrt Gortys: Das Gelände liegt nahe an der Südküste zwischen Agia Deka und Mires in der Messara-Ebene. Gortys liegt direkt an der Landstraße zwischen den beiden Orten. Die vielen Busse zwischen Iraklio und Mires halten neben der antiken Stadt. Einge Busse fahren nach Mires weiter nach Matala oder Agia Galini.

Eintrittspreis Gortys: 6 Euro, Studenten, Kinder und Personen über 65 Jahre zahlen 3 Euro.

Öffnungszeiten Gortys: Unseres Wissens ist jeden Tag von 8 Uhr bis 20 Uhr geöffnet. Im Winter schließt die Ausgrabung bereits um 15 Uhr.

Die Angaben sind aus dem Jahr 2015.

Vorsicht: Auf der Peloponnes gibt es ebenso eine antike Stadt mit dem Namen Gortys.

Folgender Artikel beschreibt die antike Sehenswürdigkeit Gortys / Kreta näher:


Gortys (griech. Γορτυς, auch Gortis, Gortyn oder Gortyna) war eine antike Stadt im zentralen Südkreta, ca. 40 km südlich von Heraklion bei Agia Deka in der Messara-Ebene.

Geschichte:
Die große Inschrift von Gortyn. Die unterschiedlichen Gründungsmythen der verweisen alle auf den legendären König Minos. Tatsächlich reichen Spuren erster Besiedlung bis zum Neolithikum; eine minoische Siedlung befand sich im südwestlichen Bereich der Fläche.

Zur Zeit der dorischen Einwanderung wurde Gortys vor Festos die wichtigste Stadt der Messera - eine ummauerte Akropolis stammt aus dieser Phase. Seit dem 8. Jahrhundert dehnte sich die Stadt auf die Gebiete in der Ebene vor dem Hügel der Akropolis aus. In der archaischen Zeit befand sich der Stadtkern bereits dort mit einer Agora (Marktplatz) und einem Tempel des Apollon Pythios.

Während der Blütezeit der Stadtstaaten in Klassik und Hellenismus gehört Gortis mit Knossos, Eleftherna, Kydonia und Lyktos zu den wichtigsten und mit 40.000 bis 80.000 Einwohnern bevölkerungsreichsten Städten der Insel.
Im 3. Jahrhundert v. Chr. dominierte die Stadt das südliche Zentralkreta uneingeschränkt. 189 v. Chr. fand Hannibal hier Asyl. Als sich Gortis im Konflikt mit Rom auf dessen Seite gegen Knossos engagierte, wurde es zur 69 v. Chr. Hauptstadt der römischen Provinz Creta et Cyrene, wofür beispielsweise das Prätorium, Amtssitz und Wohnhaus des prokonsularischen Statthalters, errichtet wurde.

Die Stadt war früh ein Zentrum der Christianisierung: 59 n. Chr. predigte hier der Apostel Paulus. 250 n. Chr. sollen in der Nähe die "Zehn Heiligen Bischöfe" den Märtyrertod gefunden haben. Der Name der Stadt Ag. Deka geht auf dieses Ereignis zurück. In einer mittelalterlichen Quelle wird Gortys bereits für das 2. Jahrhundert neben Knossos als Bischofssitz bezeichnet, erster Bischof soll der heilige Titus, ein Schüler des Apostels Paulus, gewesen sein. Gortys verfügte über mehrere frühbyzantinische Kirchen und blieb nach der Eroberung durch die Araber (824 oder 828) von seinen Bewohnern verlassen noch eine Weile als einziger Bischofssitz Kretas in kirchlicher Hinsicht bedeutend.

Seit 1884 wurde die antike Stadt von italienischen Archäologen ausgegraben.


Bauwerke:
Titus-Basilika
Ruine einer frühchristlichen Basilika aus dem 6. Jahrhundert. Den Namen erhielt die Kirche aufgrund der örtlichen Überlieferung durch seine Ausgräber im 19. Jahrhundert. Da bei späteren Ausgrabungen im Ort Mitropolis eine weitere, ältere Kirche entdeckt wurde, gilt er inzwischen als fraglich.

Odeion:
Das Odeion von Gortyn, an dessen Rückwand sich die Gesetzes-Inschriften befinden Gesetzescodex (Die Große Inschrift von Gortyn) 
Eine umfangreiche, in einem dorischen Dialekt abwechselnd von links nach rechts und rechts nach links geschriebene, Inschrift aus dem 5. Jahrhundert v. Chr., die sich an der Nordwand des Odeions befindet, gilt als ältester Gesetzescodex in Europa. Erstaunlich liberal enthält er alle für das Gemeinleben wichtige Bestimmungen, wie z.B. ein Ehe- und Familienrecht.


Literatur:
Antonis Vasilakis: Gortyn. V. Manouras Editions, Heraklion o.J. (2000 oder später).

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