Olivenbaum und Olivenöl auf Kreta









 


Der Olivenbaum ist eine der ältesten Kulturpflanzen der Welt, bereits in der Bibel wird er häufig erwähnt. Auf Kreta werden Oliven vermutlich seit etwa 4.000 Jahren angebaut. Auch heute sind Olivenbäume das wichtigste landwirtschaftliche Produkt Kretas. Es gibt auf Kreta etwa 20 Millionen Olivenbäume, also besitzt jeder Einwohner der Insel Kreta im Durchschnitt etwa 30 Bäume. Es ist eine Pflanze, die die Dürre im Sommer auf Kreta gut übersteht. Der Baum wächst auf quasi jedem Boden. Dennoch werden Olivenbäume im Sommer heutzutage bewässert, weil dies den Ertrag deutlich steigert. In vielen Gegenden von Kreta sind Olivenbäume quasi die einzigen Bäume, man kann von Olivenbaum-Monokulturen sprechen.


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Die meisten kretischen Familien haben einige oder viele Olivenbäume. Fast alle Olivenbauern sind jedoch heute Nebenerwerbbauern.  Der Weltmarktpreis für Olivenöl ist in den letzten Jahren stark gefallen, hat sich aber wieder etwas erholt.


Ein Olivenbaum, keinen anderen Baum sieht man auf Kreta häufiger.

Die Olivenbauern können nur  durch EU-Subventionen überleben. Olivenbäume verursachen sehr viel Arbeit. Diese Arbeit wird heute von Gastarbeitern vor allem aus Osteuropa und Albanien verrichtet. Oliven werden auf Kreta im Winter geerntet. Somit arbeiten viele Einheimische und Gastarbeiter im Winter in den Oliven und im Sommer im Tourismus.

Häufig wird die Arbeit in den Oliven täglich bezahlt, man könnte auch von Tagelöhnern sprechen. Wer auf Kreta im Winter Geld braucht, kann es mal versuchen. Man geht einfach in eine Dorfkneipe und fragt nach einem Job in den Oliven. Mit etwas Glück kann man am nächsten Tag anfangen. Die Arbeit ist hart und anstrengend, besonders in bergigen Regionen. Ein typischer Lohn für einen Tag ist etwa 30 bis 40 Euro (im Jahr 2017). Manchmal bekommt man zusätzlich eine Unterkunft und Essen umsonst. An Regentagen fällt die Arbeit und somit der Lohn oft aus.

Aus den meisten Oliven auf Kreta wird Olivenöl hergestellt. Olivenöl ist immer noch eines der Hauptnahrungsmittel auf Kreta. Es wird kaum ein anderes Öl verwendet. Dies ist ein Grund für die hohe Lebenserwartung auf Kreta

Forum zum Thema: Natur Kreta

Im folgenden nun zwei Titel über den Olivenbaum und das Olivenöl im Allgemeinen, also ohne Bezug auf Kreta.


Artikel über den Olivenbaum

Der Olivenbaum (Olea europaea), auch Echter Ölbaum, ist ein mittelgroßer, im Alter oft knorriger Baum, aus der Gattung der Ölbäume (Olea) die zur Familie der Ölbaumgewächse (Oleaceae) gehört. Er wird schon seit dem 4. Jahrtausend v. Chr. als Nutzpflanze kultiviert und kommt ursprünglich aus dem südlichen Vorderasien.
Blüten
Die weißen oder gelben Blüten des Olivenbaumes sind zwittrig. Abhängig vom Verbreitungsgebiet blühen Olivenbäume von Ende April bis Anfang Juni. Die vierzähligen Blüten bestehen aus vier Kronblättern und vier Kelchblättern, die die Staubgefäße und den Stempel umgeben und stehen an Rispen, die zwischen 10 und 40 Blüten tragen. Wird der Baum durch Trockenheit oder Nährstoffmangel etwa sechs Wochen vor der Blüte gestresst, vermindert sich der Ertrag, weil die Blütenzahl vermindert wird und Blüten nicht zum Fruchten kommen. Die meisten Sorten sind selbstbefruchtend, wobei Fremdbestäubung meist den Ertrag steigert. Einige Sorten sind jedoch auf Fremdbestäubung angewiesen und brauchen ein genetisch verschiedenes Exemplar zur Bestäubung. Die Blüte wird über den Wind bestäubt.


Blätter
Der Olivenbaum ist eine immergrüne Pflanze, das heißt, er verliert zu keiner Jahreszeit sein Laub. Die kleinen Blätter sind oberseits graugrün und an der Unterseite silbrig glänzend und grau gefärbt. Sie sind schmal und laufen spitz nach vorne zu (lanzettlich). An der Unterseite haben sie kleine Härchen, so genannte Sternhaare oder sternförmige Schuppenhaare, die den Baum vor dem Austrocknen schützen, indem sie aus den Spaltöffnungen austretendes Wasser wieder einfangen und dem Blatt erneut zufügen.


Noch nicht ganz reife Oliven an einem Baum auf der Insel Kreta und die typischen Olivenblätter.


Stamm
Das langsam wachsende Holz des Baumes ist reich verzweigt, mit grüngrauer, glatter und im Alter rissiger Rinde. Der Baum wird (je nach Sorte) bis zu 20 m hoch. Die wilden Oliven sind kleiner als die Züchtungen.

Die Olivenbäume in den Olivenhainen werden zur besseren Ernte beschnitten, damit sie kleiner bleiben. Dabei gilt die traditionelle Regel, je krummer und knorriger, desto besser der Ertrag. Der Olivenbaum benötigt viel Zeit zum Wachsen, kann jedoch mehrere hundert Jahre alt werden, das älteste bekannte Exemplar Italiens in Trevi wird auf 1700 Jahre geschätzt, genauso alt wie ein Olivenbaum bei Getsemani in Israel.



Frucht

Aus der Blüte bildet sich nach der Befruchtung die Frucht: die begehrte Olive. Dabei handelt es sich um eine Kernfrucht, bei der ein harter Kern von weichem Fruchtfleisch umgeben ist. Die Farbe der unreifen Oliven ist grün, die der reifen schwarz oder violett/braun. Am ertragreichsten ist der Baum nach ca. 20 Jahren. Die durchschnittliche Zusammensetzung einer Olive ist: Wasser 50%, Öl 22%, Zucker 19,1%, Zellulose 5,8%, Proteine 1,6%.


Die Einwohner von Kreta kennen viele verschiedene Oliven-Sorten.Oliven und Olivenöl sind ein Grundnahrungsmittel auf Kreta.

Die Olive ist eine mediterrane Steinfrucht. Sie ist wegen ihrer Bitterkeit roh nicht genießbar, aber nach mehrmaligem Einlegen in Wasser, bei dem die Bitterstoffe ausgeschwemmt werden, essbar. Schwarze Oliven sind voll ausgereifte grüne (olivgrüne) Oliven.

Die Olive ist die Frucht des Olivenbaums bzw. Ölbaums. 90 % der Oliven werden zu Olivenöl gepresst.

Im Handel erhältlich sind Oliven vor allem in modifizierter Form. Üblich ist dabei die Füllung der grünen Olive (mit Paprika, Mandeln) sowie das Einlegen/Marinieren der entkernten Früchte.

In Öl eingelegte Oliven sind ohne weitere Konservierungsstoffe relativ lange haltbar, was zumindest zum Teil ihre große Bedeutung für die mediterrane Küche erklärt.



Heimat

Die wilde Olive hat ein sog. disjunktes Areal, es hat ein weitauseinanderliegendes nicht zusammenhängendes natürliches Vorkommen: Mittelmeergebiet, Naher Osten und Südafrika. Davon stark verschieden ist das Anbaugebiet der heutigen Kultursorten (siehe Anbau/Verbreitung).


Systematik

Von der Art Olea europaea unterscheidet man mehrere Unterarten:

Olea europaea subsp. europaea: Heimat des Echten Olivenbaumes, auch Europäischer Olivenbaum genannt, ist der gesamte Mittelmeerraum und die Kanaren. Mit dieser Unterart beschäftigt sich der restliche Teil des Artikels, es ist der Olivenbaum im engeren Sinn. Aus dieser Unterart wurden alle Olivenbaumsorten gezüchtet. 
Olea europaea subsp. africana: Es ist ein 9 bis 12 m hoher immergrüner Baum der in Afrika, Madagaskar, Arabien, Indien bis China verbreitet ist. Die süßen bis sauren Früchte sind beliebt bei Mensch und Tier. Von den Blättern kann man einen Tee machen und aus den Früchten wird eine Tinte hergestellt. Das harte, schön goldbraune Holz wird verwendet zur Herstellung von Möbeln und Kunstgegenständen. In der Volksheilkunde gewinnt man von dem Baum Augentropfen und ein Mittel gegen Nierenleiden. Die Früchte wurden früher gegen Durchfall verwendet. Der Anbau ist auch in sehr trockenen Gebieten möglich. 

Olea europaea ssp. cuspidataOlea europaea subsp. cerasiformis: beheimatet in Madeira, auch auf den Kanaren vorkommend. 
Olea europaea subsp. cuspidata: verbreitet in Afrika und Asien, kleinfruchtig, rostbraune Blattunterseite. 
Olea europaea subsp. guanchica: beheimatet auf den Kanaren
Olea europaea subsp. laperrinei: beheimatet in Algerien, Sudan, Niger. 
Olea europaea subsp. maroccana: beheimatet in Marokko 
und noch andere



Verbreitung

Der Olivenbaum wächst in allen Gebieten um das Mittelmeer und zum Teil auch um das Schwarze Meer, die keine extremen Klimabedingungen aufweisen. Er kann hohe Hitze ertragen, leidet aber leicht durch Frost in kalten Wintern, wodurch nicht nur die Ernte einzelner Jahre, sondern der Bestand ganzer Plantagen bedroht ist. Er gilt als Charakterpflanze der mediterranen Flora und weist die Gebiete, in denen er gedeiht, als Gebiete mit mediterranem oder Mittelmeerklima aus. Es wurde immer wieder versucht, das Anbaugebiet des Olivenbaums nach Norden und in rauere Gebiete zu erweitern. Diese oft über Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte erfolgreichen Versuche schlugen letztendlich aber immer wieder fehl, das letzte Mal im Februar 1956, als ein Kälteeinbruch aus Osteuropa Millionen von Olivenbäumen in Südfrankreich, Italien und Spanien vernichtete. Seit der neuzeitlichen Kolonisation wird der Olivenbaum auch in entsprechenden Klimaten Nord- und Südamerikas sowie in Australien, Südafrika und Japan angebaut. Alle Anbaugebiete des Olivenbaums liegen zwischen dem 30. und dem 45. Grad nördlicher bzw. südlicher Breite, mit Ausnahme einiger äquatornäherer Höhenlagen, etwa in Peru, wohin er von den spanischen Konquistadoren im 16. Jh. gebracht wurde, von wo er über Mexiko bis Kalifornien und Hawaii gelangte.


Vermehrung

Die Olivenkerne werden über Vögel verbreitet, die die Früchte fressen. Olivenbäume in Kultur werden allerdings meist über Stecklinge vermehrt (so sind alle dabei entstehenden Pflanzen genetisch identisch und damit haben die Jungpflanzen alle guten Eigenschaften wie die Mutterpflanze).


Krankheiten und Schädlinge
Olivenfliege (Dacus oleae): Die Olivenfliege ist der gefürchtetste Schädling der Olivenhaine, sie legt ihre Eier in die reifenden Früchte, die so durch ihre Maden verdorben werden. Außerdem überträgt sie die Tuberkelkrankheit (s.u.). 
Stammfäule (Fomitiporia punctata): Ein Pilz, der nach und nach das Stamminnere des Baum zersetzt. Meist wird die betroffene Stelle ausgeschnitten oder ausgeschabt, diese "Pflegemaßnahmen" allerdings infizieren meist das freigelegte gesunde Gewebe erneut. 
Tuberkelkrankheit (Pseudomonas syringae subsp. savastanoi pv. oleae): Eine Bakterienkrankheit, sie verursacht extreme Wucherungen, das Absterben von Zweigen und Ästen und mindert die Qualität und Menge der Ernte. Sie wird übertragen durch die Olivenfliege. 
Olivenschildlaus: Der Befall der Bäume durch diese spezielle Schildlaus kann sowohl die Menge als auch die Qualität der Ernte erheblich mindern. 
Blattläuse: Der Befall im Frühjahr an jungen Trieben kann zur Verkümmerung von Trieben, Blättern oder Blüten und so zu späteren Ernteverlusten führen. 


Sorten von Olivenbäumen
Es gibt allein im Mittelmeerraum über 1000 Sorten von Olivenbäumen. Je nach Klima und Bodenbeschaffenheit hat sich der Olivenbaum über hunderte Jahre anders entwickelt, manche Olivenbaumsorten sind auf einzelne Dörfer beschränkt und ein paar Kilometer weiter bereits nicht mehr zu finden. Eine große Vielfalt an Olivenbäumen gibt es in Italien, wo es alleine zwischen Sizilien und Ligurien an die 80 verschiedene Sorten gibt. Die italienischen Hauptsorten sind "Leccino", "Frantoio" und "Carolea". Die breitblättrigen Olivenbäume in Spanien tragen eine größere Frucht, aber das Aroma der Fruchthülle ist bitterer und das Öl ist von meist schlechterer Qualität. Da die Oliven der verschiedenen Sorten leicht unterschiedlich im Geschmack sind, gibt es eine Vielzahl verschiedener Öle, die von Kennern geschätzt werden.

Nutzung
Aus den Oliven wird in der Hauptsache Olivenöl gepresst. Wegen seiner Frucht, der Olive, die weiterverarbeitet werden kann und als Lebensmittel genutzt wird. Direkt vom Baum ist die Olive jedoch wegen ihrer Bitterkeit kaum genießbar. Sie wird in eine Salzlake eingelegt, die ihr die Bitterstoffe entzieht, in der mediterranen Küche wird sie häufig in Brot, Ragouts, Salaten und Saucen verwendet. 
Ebenso wird aus ihr das Olivenöl gepresst, das gesündeste bekannte Speiseöl. Es wird zum Braten und Kochen, aber auch für kosmetische Zwecke, zum Beispiel Hautcreme, verwendet. Industriell werden die Oliven für das Öl entweder von Hand gepflückt oder mit der Maschine herabgeschüttelt, gehackt, mit Wasser gemischt und hydraulisch gepresst, teils (je nach Zweck) auch mit chemischen Lösungsmitteln oder thermischen Verfahren extrahiert. Top-Qualitäten für die Küche hingegen werden mit schonenderen Verfahren gewonnen, vorzugsweise dem Tropf-Verfahren, bei dem nur das Eigengewicht der Früchte ohne weiteren Druck die Frucht presst. Anschließend wird das Öl vom Wasser in der Zentrifuge getrennt. 
Wegen seines Holzes, das zu Möbeln oder Gebrauchgegenständen weiterverarbeitet wird. 
Als medizinische Pflanze, speziell wegen seiner Blätter, die einen beruhigenden und schlaffördernden Effekt haben und das Immunsystem stärken sowie den Cholesterinspiegel senken. Das Öl ist gesund wegen des hohen Anteils an einfach ungesättigten Fettsäuren und wirkt sich positiv auf das Herzkreislaufsystem und den Fettstoffwechsel aus und verringert die Gefahr von Diabetes oder Krebs. 


Ökonomie

Olivenbaumpflanzungen nehmen auf der Welt 8,6 Millionen Hektar an Fläche ein, auf denen jährlich 17,3 Millionen Tonnen Oliven geerntet werden. Spanien ist der größte Olivenproduzent. Die vier wichtigsten Länder (Spanien, Italien, Griechenland und Syrien) erstellen ca. 80 % der weltweiten Olivenproduktion. Die Vermarktung wird dabei von italienischen Firmen dominiert, auch bei nichtitalienischem Öl. Nimmt in Europa die Beliebtheit des Olivenöls auch stetig zu, so nimmt es wegen seines vergleichsweise hohen Preises weltweit im Gegensatz zur Ölpalme oder Sojaöl nur einen geringen Anteil der Speiseölproduktion ein.


Ökonomie in der Europäischen Union

60 Prozent der weltweit ca. 750 Millionen Olivenbäume stehen in der EU. Die EU ist nicht nur der größte Olivenölproduzent, sondern auch der größte Verbraucher. Da die Nachfrage nach dem gesunden Olivenöl auch in nördlichen Ländern stetig zugenommen hat, wurde der Anbau von Olivenbäumen erheblich ausgeweitet. In vielen Regionen der Hauptproduzenten ist der Olivenbaum Grundlage der ländlichen Wirtschaft. Es wird kritisiert, dass die EU durch ihre Förderungspolitik nur den wegen Erosion, Wasserverbrauch und chemischer Schädlingsbekämpfung ökologisch problematischen Großanbau fördert, der Kleinbauer jedoch vernachlässigt wird. Es kam nachweislich zu vielen Missbräuchen der EU-Förderpolitik.


Ökonomie außerhalb der EU
Syrien, die Türkei und Tunesien sind die größten Oliven- und Olivenölproduzenten außerhalb der EU. Hier macht die Olivenölproduktion einen höheren Teil am BIP aus und der Olivenanbau bindet viele Arbeitskräfte, so dass der Olivenanbau die Lebensgrundlage vieler Menschen ist.

Kulturgeschichte des Olivenbaumes
Die Geschichte des Ölbaums reicht bis in die Antike zurück. Wann die Wildform zur fruchtbaren Gartenolive kultiviert wurde, ist unbekannt. Archäologische Funde deuten jedoch darauf hin, dass dies um 4000 v. Chr. in Kreta und Syrien geschah. (Erste archäologische Funde von Olivenkernen sind über 9000 Jahre alt, dabei handelt es sich aber um von Menschen gesammelte Oliven von wilden Olivenbäumen.) Auch der häufige Hinweis in der Bibel auf den Baum und seine Erzeugnisse, auf seinen Überfluss im Land von Kanaan und den wichtigen Platz, den er in der Wirtschaft von Syrien hat, lässt vermuten, dass dort der Ursprung des kultivierten Olivenbaumes liegt. Möglicherweise gelang es erst einigen Stämmen die Olive zu kultivieren, die den Olivenbaum dann weitergaben. So wurde die Pflanze schnell zum Zeichen des Friedens. Im trockenen Klima des Nahen Ostens, stellte das Öl bald ein wichtiges und gesundes Grundnahrungsmittel dar. In der Ökonomie, Religion und Kunst sowie den vielen Mythen spiegelt sich diese wichtige Rolle des Olivenbaums wieder.

Der Bibel nach war die Ölfrucht den Juden im gelobten Land verheißen, bildete einen bedeutenden Teil des Reichtums und war neben dem Feigenbaum und Weinstock das Bild des Wohlstandes und bürgerlichen Glückes. Die eingewanderten Israeliten fanden den Olivenbaum schon vor. Die Könige David und Salomo förderten seinen Anbau. Man benutzte das Öl zu Speisen, bei Opfergaben, als Brennöl und zum Salben des Haars und des ganzen Körpers.


Zu Homers Zeiten benutzte man in Griechenland das Holz des wilden Ölbaums wegen seiner großen Festigkeit zu Axtstielen. Das Öl diente zum Salben des Körpers, war aber den Reichen und Edlen als Luxusgut vorbehalten, wie es in der Ilias beschrieben wird. In der Akademie standen die der Athene geweihten unantastbaren Ölbäume; sie stammten der Sage nach von der Mutterolive auf der Burg, die von der Göttin selbst geschaffen und später nach der Verbrennung durch die Perser von selbst aus der Wurzel wieder aufgesprossen sein soll. Nach einer griechischen Sage hatten die Götter Athene und Poseidon einen Wettstreit ausgetragen. Als Gewinner sollte derjenige gelten, der den Bewohnern von Athen das sinnvollere Geschenk überbringt. Athene setzte sich mit dem von ihr erschaffenen Olivenbaum durch, der den antiken Griechen als heilig galt. In zahlreichen griechischen Stadtstaaten war es gesetzlich verboten, Olivenbäume zu fällen.


Im 6. Jahrhundert v. Chr. kam der Olivenbaum nach Italien. Wie schon in Griechenland war ein Kranz aus Ölzweigen die höchste Auszeichnung des um das Vaterland hochverdienten Bürgers, sowie der höchste Siegespreis bei den Olympischen Spielen. Der Ölzweig war das Symbol des Friedens, und Besiegte, die um Frieden baten, trugen Ölzweige in den Händen.

Auch im alten Christentum ist die Taube mit dem Ölzweig ein Symbol des Friedens. Der Bibel zufolge schickte Noah nach der Sintflut eine Taube los. Sie kehrte mit einem Ölzweig im Schnabel zurück: die Erde grünte wieder, das Leben war zurück. Jesus hielt zwischen Olivenbäumen im Garten Getsemani kurz vor seiner Kreuzigung Zwiesprache mit Gott. Paulus illustriert das Verhältnis zwischen Heidentum und Judentum mit einem wilden und einem edlen Ölbaum.
 

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Olivenbaum  aus der freien Enzyklopädie Wikipedia  und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation . In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.


Artikel über Olivenöl

Olivenöl ist aus dem Fruchtfleisch bzw. dem Kern von Oliven gepresstes Pflanzenöl.



Eigenschaften und Verwendung
Olivenöl ist grünlich und hat einen charakteristischen Geruch und Geschmack mit fruchtigen und bitteren Komponenten.

Kaltgepresstes Olivenöl ist, anders als die meisten anderen Pflanzenöle, die durch Raffinierung hergestellt werden, ein reines Naturprodukt. Es gilt trotz seines relativ geringen Anteils an mehrfach ungesättigten Fettsäuren als besonders gesund. Es fördert nachweislich den Kreislauf, den Verdauungsapparat, die Haut und den Knochenbau.

Olivenöl ist ein wesentliches Element der Mittelmeerküche, wo es als Allzweckfett eingesetzt wird. Durch seinen hohen Rauchpunkt (210 °C) ist es besonders gut zum Braten und Frittieren geeignet, wie es zum Beispiel in der italienischen und in der spanischen Küche schon immer gehandhabt wird.

In der Liturgie der katholischen und orthodoxen Kirche wird geweihtes Olivenöl (teilweise mit Balsam vermischt, siehe Chrisam) bei der Taufe, Firmung, Priesterweihe, Krankensalbung sowie bei Bestattungen verwendet.


Geschichte
Olivenöl gilt als eines der ältesten Kulturgüter des Abendlandes. Über den Anfänge der Ölbaumkultivierung ist wenig Genaues bekannt, man vermutet, dass diese in der Kupferzeit (ca. 4000 v. Chr.) in den Regionen Kreta, Palästina und Ägypten zu finden sind.

Bereits im antiken Griechenland wurde Olivenöl in großen Mengen hergestellt und im gesamten Mittelmeerraum gehandelt. In der Antike wurde Olivenöl außer als Speiseöl auch zur Körperpflege und zur Wundbehandlung sowie als Lampenbrennstoff verwendet.


Güteklassen
"Extra Vergine" ist keine Qualitätskennzeichnung für Olivenöl.

In Europa wird Olivenöl in Güteklassen eingeteilt. Die europäische Verordnung EWG Nr. 136/66 unterscheidet neun Kategorien für Olivenöl. In diesen werden die Qualitätsbezeichnungen festgelegt, unter denen Olivenöl verkauft werden darf.

Kategorie I-III

Kaltgepresst und ohne übermäßige Temperatureinwirkung, schonend hergestellt 
Natives Olivenöl Extra 
Natives Olivenöl 
Gewöhnliches natives Olivenöl 
Kategorie IV

Lampantöl (Nicht für den Verzehr geeignet) 
Kategorie V

Raffiniertes Olivenöl 
Typische Geschmacks- und Geruchsanteile des Olivenöls fehlen. 
Kategorie VI

Olivenöl 
Mischungen aus raffiniertem Olivenöl (5) mit nativen Olivenöl der Kategorie 1-3. Das Mischungsverhältnis ist nicht vorgeschrieben, so dass der Anteil an nativen Olivenöl 1-99% betragen kann. Je höher der Anteil an nativen Olivenöl, desto intensiver ist der Geschmack. 
Kategorie VII

Rohes Oliventresteröl 
Das Öl ist zum Verzehr nicht geeignet! Aus dem Trester (fester Rückstand aus Kernen, Schalen und Fruchtfleischresten), der nach der Pressung der Oliven übrig bleibt, wird mit Hilfe von Lösungsmitteln der letzte Rest Öl gewonnen. 
Kategorie VIII

Raffiniertes Oliventresteröl 
Rohes Oliventresteröl, das nochmals raffiniert wird. Das Öl ist ohne Geschmack. 
Kategorie IX

Oliventresteröl 
Raffiniertes Oliventresteröl, das mit nativen Öl gemischt wird. Zum Verzehr geeignet. 
Folgende Öle sind im deutschen Einzelhandel erhältlich:

Natives Olivenöl extra 
Natives Olivenöl 
Olivenöl 

Wichtige Anbaugebiete

Spanien: 
Jaén, Andalusien (82 % der span. Olivenölproduktion) 
Córdoba, Andalusien 
Katalonien (insbesondere die Provinzen Lleida und Tarragona) 
Aragón 
Mallorca 
Griechenland: Kreta 
Italien : Toscana 

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