Weiße Berge / Kreta (Lefka Ori)










 


Die Weißen Berge (Lefka Ori) sind das bekannteste und größte Gebirge auf Kreta. Der höchste Berg  ist der 2.452m hohe Pachnes. Das Gebiet ist vor allem bei Wanderern sehr beliebt. Es ist nur wenig besiedelt. Es gibt keine Seilbahnen oder andere Infrastruktur für den Massentourismus, wie man es aus den Alpen gewohnt ist. Somit sind Wanderungen in der Gegend für den erfahrenen Wanderer ein Naturerlebnis, das in Europa sonst kaum noch zu finden ist.

Weniger erfahrene  Bergfreunde können die gut ausgebaute, aber leider völlig überlaufene, Wanderung durch die Samaria-Schlucht gehen. Dies ist die bekannteste Wanderungen in Kreta und eine der beliebtesten Europas. Im Sommer durchwandern oft mehrere 1.000 Menschen täglich die berühmte Schlucht. Aber auch die Wanderung durch die Samaria-Schlucht ist lang und mühsam und nur für fitte Menschen geeignet.


Im Winter und Frühling sind die Berge Kretas mit Schnee bedeckt

Wohin in den Weißen Bergen?

Der Hauptausgangsort für Wanderungen im nördlichen Teil des Gebirges ist der einzige Ort Omalos, der in einer Hochebene liegt. Obwohl das Dorf nur aus maximal 10 Häusern besteht, ist es das Zentrum der Gegend. In Omalos gibt es einige Hausbesitzer, die Zimmer vermieten. Auch 3-4 Restaurants findet man. Günstig und empfehlenswert ist das Hotel Neos Omalos, Doppelzimmer kosten nur circa 30 Euro. Der Eingang der Samaria-Schlucht ist nur 2 bis 3 Kilometer von der winzigen Ortschaft entfernt. Von der Großstadt Hania nach Omalos und weiter zum Schluchteingang gibt es eine asphaltierte Straße, die in den letzten Jahren ausgebaut wurde und auch von wenigen Linienbussen täglich befahren wird.

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Schafe auf der Hochebene von Omalos

Dem Hotel Neos Omalos ist eine gute Taverne angeschlosen. Sie ist ein populärer Treffpunkt der Wanderer und der wenigen Einheimischen. Eine kräftige Linsensupper oder Bohnensuppe im Restaurants des Neos Omalos ist eine ideale Vorspeise nach einer Wanderung. Wer als Hauptspeise Ziege oder Lamm bestellt, bekommt Fleisch aus Omalos. Es gibt im Neos Omalos auch einfache Spaghetti-Gerichte oder Omeletts. Es ist eine sehr preiswerte Taverne mit vielen Gerichten zwischen 5 und 8 Euro. Auch gutes Frühstück für 6 Euro wird angeboten. Für Hotelgäste gibt es einen Shuttle-Bus zum Eingang der Samaria-Schlucht zu drei verschiedenen Zeiten am Morgen. Im Hotel werden Bücher über die Region (auch auf Deutsch) und der leckere Honig aus Omalos verkauft. In dem 10-Häuser-Ort Omalos findet man 3 bis 4 weitere Unterkünfte und Restaura

————>>>     Übersicht weiterer Unterkünfte in und um Omalos

Eine tolle Unterkunft ist ebenso die einzige bewirtschaftete Berghütte Kretas. Die Kallergi Hütte ist von Omalos oder vom Busparkplatz des Eingangs der Samariaschlucht in circa 2 Stunden zu Fuß zu erreichen. Die für viel Geld von dem österreichischen Besitzer Josef Schwemberger ausgebaute moderne Hütte hat circa 50 Betten und ist selbst im Hochsommer selten ausgebucht. Von der Hütte  hat man einen großartigen Panoramablick auf die Umgebung. Der freundliche Hüttenwirt (Telefon: 28210-33199) gibt zum meist guten Abendessen zum Wein oder Bier gerne Informationen über Wanderungen, Menschen, Kultur  und Geschichte der Gegend.

Von der Hütte aus geht ein recht schwieriger Weg auf den 2.452 Meter hohen Pachnes. Die Schwierigkeit ist unter anderem die Länge. Es sind etwa 12 Stunden, man muss also im Freien übernachten. Es gibt aber auch einige kürzere schöne Wanderungen z.B. auf niedrigere Gipfel in der Umgebung. Zur Kallergi-Hütte gibt es von Omalos auch einen Fahrweg. Dieser ist allerdings für normale Autos nicht besonders geeignet. Man sollte unbedingt vorher anrufen, ob die Hütte geöffnet ist und ob es etwas zum Essen gibt.


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Vom Süden führt von  Hora Sfakion ebenfalls eine Straße in die Weißen Berge. 12 km nach Hora Sfakion erreicht man nach vielen Serpentinen die Ortschaft Anopolis. Der Ort besteht aus vielen weit verstreuten Häusern auf einer Hochebene (600 m über dem Meer). Von Anopolis führt ein schönen Wanderweg  nach Loutro (circa 1,5 Stunden). Auch die Besteigung des Pachnes, dem höchsten Berg in den Weißen Bergen, ist von Anopolis aus möglich. Dies ist aber keine einfache Wanderung.

Fährt man auf der Hauptstraße weiter, erreicht man nach weiteren 5 km Aradena. Aradena ist ein verlassenes Dorf, das man besichtigen kann (siehe Bilder ganz unten). Kurz vor dem Ort fährt man über eine spektakuläre Brücke über die Aradena-Schlucht. Der Wanderweg von Aradena durch die Aradenaschlucht nach Loutro ist neben der Samariaschluchtwanderung die schönste Schlucht-Wanderungen auf Kreta. Nach weiteren 4 Kilometer endet die Straße als Sackgasse in dem kleinen Ort Agios Ioannis (800 m über dem Meer). Auch dieses ursprünglich gebliebene Dorf ist einen Besuch wert (einfache Taverne, circa 50 Häuser).

Es gibt noch mehr Straßen in den Weiße Bergen, die nicht asphaltiert sind. Diese können insbesondere mit Geländefahrzeuge befahren werden. Es gibt auf Kreta Anbieter von sogenannten Jeep-Safaris. Touristen fahren in einer Jeep-Kolone von meist 10 bis 20 Fahrzeugen durch wenig erschlossene Gebiete der Insel. Diese Art von Urlaub boomt in den letzten Jahren. Auch organisierte Gruppen mit Gelände-Motorräder sieht man. Wir meinen jedoch, dass Wandern die bessere Alternative ist, die Bergregionen von Kreta zu erkunden.

Infos Weiße Berge

Der höchste Berg von Kreta ist nicht der Pachnes ist der Weißen Bergen (Lefka Ori). Der Psilloritis (auch Mount Ida von den Einheimischen genannt) in Zentralkreta ist mit 2.456 Meter drei Meter höher als der Pachnes. Der Psilloritis ist aber ein alleinstehender Berg ohne Gebirge. Somit sind die Lefka Ori das höchste Gebirge auf der Insel Kreta. Obwohl das Gebiet nicht riesig ist, gibt es in den Weißen Bergen etwa 48 Gipfel mit über 2000 Meter Höhe!

Flora: Die Baumgrenze ist auf Grund der Trockenheit im Sommer und der Bodenbeschaffenheit auf Kreta übrigens niedrig. In den Lefka Ori ist die Baumgrenze bei etwa 1800 Meter. Aber auch in tieferen Region gibt es aber kaum Wälder, meist nur einzelne Bäume oder lichte Wälder. Oft sind die Ahorn, Kiefer, Eichen oder Zypressen. Es gibt aber auch andere Baumarten. In Lagen über 2000 Meter wächst fast nichts mehr. Man bezeichnet diese Landschaft als Hochwüste. Sehr viele Pflanzen in den Weißen Berge kommen nur auf Kreta vor (endemische Pflanzen). Viele Pflanzen stehen unter strengem Naturschutz. Auch das Sammeln von Kräutern ist verboten. 30 bekannte Pflanzenarten in den Weißen Bergen gibt es nur hier. Mindestens weitere 150 Arten wachsen nur auf Kreta. Darunter sind viele Orchideen.

Fauna: Die letzten wilden Ziegen der Art Kri-Kri leben in den Lefka-Ori-Bergen. Oft sieht man große Adler und Geier. Auch für Insektenforscher sind die Lefka Ori ein Paradies. Noch heute werden immer wieder neue Arten von Insekten und anderen kleinen Tieren entdeckt.

Schafzucht: Früher gab es viele Schäfer in der kargen Landschaft. Diese sind deutlich weniger geworden, man sieht sie aber bisweilen immer noch. Auffällig sind die einfachen Schäferhütten. Sie werden auch Kreta Mitata genannt (Einzahl Mitato). Früher waren die Schäfer oft monatelang alleine mit ihren Schafen in den Lefka Ori. Die meisten Mitata sieht man in Höhen von 1500 und 2000 Meter. Weiter oben ist die Landschaft zu pflanzenarm für die Schafe. Die Schafzüchter stellten in den Hütten haltbaren Käse her, den sie später ins Tal brachten. Bekannt ist der weiche Käse Myzithra und der eher harte Graviera. Beide werden vor allem aus der Milch der Schafe hergestellt, manchmal wird aber auch Ziegenmilch hinzugemischt. Bis vor 50 Jahren waren dieser Käsesorten das wichtigste Nahrungsmittel in einigen Gegeden der Lefka Ori. Man sollte in einer Taverne oder einem Lebensmittelgeschäft die beiden Käsesorten unbedingt einmal probieren.

Hinweise Weiße Berge

Unter anderem Folgendes sollte man unter anderem in dem Gebirge Lefka Ori beachten:

- es kann sehr trocken sein und man findet kein Wasser. Unbedingt genug Getränke mitnehmen.

- es kann auch im Sommer in der Höhe nachts sehr kalt werden. Die Lefka Ori sind bekannt für schnelle Wetterwechsel.

- die Gegend ist sehr einsam und man kann sich leicht verlaufen. Die Wege sind oft schlecht oder falsch beschildert. Man sollte nie alleine losgehen.

- im Winter hat quasi alles zu, man findet weder Busse noch Unterkünfte. Es fällt viel Schnee, daher der Name "Weiße Berge". Auf den ganz hohen Gipfel liegt oft Anfang Juni noch Schnee.

- auch Autofahrer sollten sich auf Wetteränderungen einstellen. Im April 2016 kam bei unserer Fahrt nach Omalos plötzlich Nebel mit Sichtweiten unter 10 Meter auf. Einige Minuten war der Neben so stark, dass wir die linke Straßenseite, 3 Meter entfernt, kaum noch sahen. Wir mussten eine Pause einlegen. So etwas habe ich, obwohl ich aus der Nähe der Alpen in Deutschland stamme, noch nie erlebt. Wir fuhren mit etwa 10 km/h weiter und erreichten schließlich das Dorf Omalos mit einer Stunde Verspätung.

- Notfall: Man sollte wissen, dass die Bergrettung in Kreta bei weitem nicht so professionell ist wie zum Beispiel in den Alpen. Oft kommt Hilfe, wenn überhaupt, sehr spät. Die Gegend ist extrem dünn besiedelt. Häufiger, dichter Nebel ist ein großes Problem für die Bergrettung. Hubschrauber kommen nur selten zum Einsatz. Die nächste Straße ist oft viele Kilometer entfernt. Gefahren in den Weißen Bergen sind unter anderem Kälte, Hitze, Wassermangel, Abstürze, Selbstüberschätzung und das Verlaufen. Alleine zu wandern ist viel gefährlicher als in einer Gruppe. Schon ein verstauchter Knöchel kann lebensgefährlich sein. Handys haben an den meisten Stellen keinen Empfang.

Anreise mit Bus und Mietwagen

Nach Omalos: Mit dem Bus (4-mal täglich in der Hoch-Saison: dreimal morgens zwischen 6 und 8 und einmal am frühen Nachmittag) oder mit dem Mietwagen in circa 1,5 Stunden von Hania hoch nach Omalos. Circa drei Kilometer weiter ist der Parkplatz des Eingangs der Samariaschlucht.  Einige fitte Touristen sind auch mit dem Fahrrad oder Mountainbike unterwegs. Die Anfahrt von Hania ist weit und steil. Fahrradfahren ist in der Samariaschlucht nicht erlaubt. Es gibt eine Kontrolle am Kassenhäuschen am Eingang.


Karte des Gebirges Lefka Ori

Nach Anopolis und Aradena: Im Sommer maximal zwei Busse täglich von Hora Sfakion oder natürlich mit dem Mietauto von Hora Sfakia.

Taxis gibt es in Hania, Chora Sfakia und Paleochora und wenige in Sougia. In den kleineren Orten kann es natürlich sein, dass die Taxis alle unterwegs sind, vorbestellen ist möglich. Längere Strecken mit dem Taxi zurückzulegen ist auf Kreta durchaus üblich. Die Preise sind etwas niedriger als in Deutschland und sollten vorher ausgehandelt werden.


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