Museen in Heraklion









 

 

1. Das Archäologische Museum Heraklion (Kreta)

Das Museum von Heraklion ist das wichtigste Museum auf Kreta und befindet sich im Zentrum der Hauptstadt der Insel. Es ist vor allem von Touristen sehr gut besucht und gehört zu den 3-4 überragenden Sehenswürdigkeiten auf Kreta. Man sollte für einen Besuch mehrere Stunden einplanen.

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Das Museum für Archäöologie in Iraklio wurde zwischen 2008 und 2014 geschlossen und umgebaut. Nach der sehr langen Umbauzeit ist ein modernes, in jeder Hinsicht sehr eindrucksvolles, archälogisches Museum entstanden. Die circa 20 Räume sind durchnummeriert und zeitlich geordnet. Die ältesten Austellungsstücken findet man in Raum 1, die neusten im letzten Zimmer. Besonders interessant sind die ersten Räume. In Zimmer 1 findet man Gegenstände aus der Zeit von 3000 bis 4500 vor Christus. Das wohl bekannteste Objekt in den Archäologische Museum von Kreta ist in Raum 3. Es ist der legentäre Diskus von Phestos. Im oberen Stockwerk gibt es auch Räume, die sich mit der nach-minoischen Zeit beschäftigen. Schwerpunkt der Dauer-Austellung ist jedoch die Zeit der Minoer, der ersten Hochkultur in Europa überhaupt. Die Minoer lebten fast nur auf Kreta.


Außenansicht des Museums in Heraklion

Der Eintrittspreis in das Archäologische Museum Heraklion ist mit 10 Euro vergleichsweise preiswert. Vergleichbare Sammlungen in Griechenland und anderen ländern sind oft wesentlich teurer. Es gibt eine ermäßigten Eintritt von etwa 5  Euro z.B. für Rentner über 65 Jahre und Studenten mit Ausweis. Die Angaben beziehen sich auf das Jahr 2017. An einigen Feiertagen und Sonntagen im Winter ist der Eintritt übrigens ganz umsonst. Dies gilt auch für den Internationen Museumstag am 18. Mai. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahre sind im Archäologie-Museum ebenfalls von Eintrittspreis befreit.

Die Öffnungszeiten sind von April bis Oktober täglich von 8 bis 20 Uhr (einfach zu merken 8 bis 8). Im Winter schließt das Archäologische Museum in Heraklion bereits um 15 Uhr, an Montagen im Winter gilt die besondere Zeit von 11 Uhr bis 17 Uhr. Die Angaben sind von Anfang 2017. Man findet einen Museumsshop und ein Cafe. Im Shop kann man eine Nachbildung des Diskus von Phaistos für 50 Euro kaufen. Ein tolles Geschenk für Kreta-Fans.

Vom Zentrum von Iraklio geht man zu Fuß in 10 Minuten zum Archäologie-Museum. Es befindet sich am zentralen Freiheitsplatz. Hier fahren auch viele Stadtbusse und die Busse zum Flughafen (Nr.1) und Fährhafen ab. Zu den Fähren kann man auch in 15 Minuten gehen. Die offizielle Adresse des Archäologie Museum Heraklion ist: Xanthoudidou-Straße 2.

Da ich kein Experte für minoische Archäologie bin, im folgenden ein Artikel, der das Museum beschreibt:


 

Archäologische Museum in Heraklion

Das archäologische Museum in Heraklion auf Kreta (Xanthoudiou 1) gilt als bedeutendste Antikensammlung in Griechenland nach dem Nationalmuseum in Athen.

Objekte

Ausgestellt sind u.a. die Funde aus Knossos, Phaistos, Agia Triada sowie von diversen anderen Ausgrabungsstättten der Insel wie beispielsweise Kato Zakros.

Ausgestellt wird hier natürlich auch der berühmte Diskos von Phaistos (Saal III), Amphoren und Schalen mit Linearschrift A (Saal IV), ein Helm aus Eberzähnen (Saal VI), die Schlangengöttinen (Saal IV), der Stierspringer (Saal IV), das Tonmodell eines einstöckigen Hauses (Saal V), das Rhython aus Bergkristall (Saal VII), die Schnittervase (Saal VII), der einzigartige Steinsarg aus Agia Triada (Saal XIV) sowie diverse Fresken (Säle XIV, XV und XVI).

Die Objekte stammen aus dem Zeitraum zwischen dem 7. Jahrtausend v. Chr. bis zum 4. Jahrhundert n. Chr.; an diese Epoche schließt nahtlos das Historische Museum in Iraklion (frühchristliche Zeit bis Gegenwart) an.

Bis in die 60er Jahre wurden nahezu alle archäologischen Funde nach Iraklion gebracht; erst in neuerer Zeit wurden dezentrale Museen in Agios Nikolaos, Hania und Rethimnon eingerichtet.

 

Aufbau

Das 1930 erbaute Museum besteht aus zwanzig Sälen, die auf zwei Etagen verteilt sind:

  • Erdgeschoss: Säle I, II, II, IV, V, VI, VII, VIII, IX, X, XI, XII, XIX und XX;
  • Obergeschoss: Säle XIV, XV, XVI, XVII und XVIII.

Die einzelnen Objekte werden gelegentlich neu geordnet, der grundlegende Aufbau des Museums ändert sich jedoch nur geringfügig; er folgt einer Mischung aus periodischer, geographischer und thematischer Sortierung. Seit 2004 sind die Säle XVII und XVIII mit der Sammlung Giamalakis wieder geöffnet.

  • Saal I: Neolithikum (7000-3500 v. Chr.) und Vorpalastzeit
  • Saal II: Ältere Palastzeit bzw. Frühpalastzeit (1900- 1800 v. Chr.)
  • Saal III: Ältere Palastzeit und der Palast von Phaistos (1900- 1700 v. Chr.)
  • Saal IV: Jüngere Palastzeit bzw. Neupalastzeit (1700- 1400 v. Chr.) und die Paläste von Knossos, Phaistos und Malia
  • Saal V: Blüte und Spätzeit des Palastes von Knossos (1500- 1450 v. Chr.)
  • Saal VI: Nekropolen von Knossos, Phaistos und Archanes (1450-1300 v. Chr.)
  • Saal VII: Megara, Villen und Herrenhäuser von Vathypetro, Nirou, Tylissos und Amnissos sowie die Höhlen Zentralkretas von Arkalochori, Psychro und Patsos und die Nekropolen von Malia, Molchos, Gournia und Episkopi (1700-1450 v. Chr.)
  • Saal VIII: Palast von Zakros (1700- 1450 V. Chr.)
  • Saal IX: Neupalastzeit in Ostkreta; Palaiokastro, Psira, Gourniam Piskokephalo, Mochlos und Myrtos
  • Saal X: Nachpalastzeit: Minoische Kultur und Frühgeometrische Periode (1450- 1100 v. Chr.)
  • Saal XI: Subminoische, protogeometrische und frühgeometrische Periode (1100- 800 v. Chr.)
  • Saal XII: Hochgeometrische und orientalisierende Periode (800- 650 v. Chr.)
  • Saal XIII: Minoische Sarkophage
  • Saal XIV: Minoische Wandmalereien (1700-1300 v. Chr.)
  • Saal XV: Minoische Wandmalereien
  • Saal XVI: Minoische Wandmalereien
  • Saal XVII: Sammlung Styl. Giamalakis (Jiamalaki)
  • Saal XVIII: Kleinkunst aus archaischer, klassischer und römischer Zeit (7. Jahrhundert v. Chr. bis 4. Jahrhundert n. Chr.)
  • Saal XIX: Großplastik aus archaischer Periode (650-550 v. Chr.)
  • Saal XX: Glyptik aus klassischer, hellenistischer und römischer Zeit (5. Jahrhundert v. Chr. bis 4. Jahrhundert n. Chr.)

 

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Minoische Kultur

Nach dem mythologischen König Minos wird die antike Kultur Kretas der Bronzezeit als minoisch, kretisch-minoisch oder kretominoisch bezeichnet. Im Unterschied dazu heißt die zeitgleiche Kultur des griechischen Festlandes helladisch. Die minoische ist die früheste Hochkultur in Europa.

Der Begriff "minoisch" wurde bereits 1883 von Arthur Milchhöfer verwendet und durch Sir Arthur Evans 


Die ältesten Besiedlungsspuren stammen aus dem Neolithikum. Ca. um 3000 v. Chr. beginnt in Kreta die Bronzezeit. In einigen Orten bilden sich wirtschaftlich dominierende Oberschichten. Ungefähr ein Jahrtausend später entstehen Paläste, wie sie in Knossós, Mália, Phaistós, Galatas und Káto Zákros ausgegraben wurden. Um 1700 v. Chr. führt ein Erdbeben zur Zerstörung der alten Paläste und zum anschließenden Wiederaufbau. Nach einer weiteren tektonischen Erschütterung werden die neuen Paläste etwa 100 Jahre später noch prächtiger ausgestaltet. In der Phase SM I B (s. u.) beginnt der Einfluss mykenischer Griechen auf der Insel wirksam zu werden. Wahrscheinlich um 1430 v. Chr. kommt es zur endgültigen Zerstörung der Paläste. Nur der Palast in Knossos wird wieder aufgebaut. Dort ist nun eine griechische Herrscherschicht feststellbar. Um 1330 v. Chr. wird auch der Palast in Knossos niedergebrannt.

Chronologie

Eine Gliederung der minoischen Epochen lässt sich mit den Periodisierungen von Sir Arthur Evans (Entdecker des Palastes von Knossos) und Nikolaos Platon (Entdecker des Palastes in Káto Zákros) vornehmen.

Evans unterteilt die minoische Geschichte, entsprechend der gefundenen Keramikstile, in Frühminoisch, Mittelminoisch und Spätminoisch. Diese Phasen lassen sich weiter in die Abschnitte I, II und III unterteilen.

Die Klassifizierung nach Platon richtet sich nach den Bauphasen der minoischen Paläste. Dabei wird unterschieden zwischen der Vorpalastzeit, Altpalastzeit (Zeit der alten Paläste), Neupalastzeit (Zeit der neuen Paläste) und Nachpalastzeit (Zeit nach der endgültigen Zerstörung des Palastes von Knossos).

Die Zuordnung der Epochen zu bestimmten Jahreszahlen ist nicht gesichert und wird weiter diskutiert. Wichtigster Anhaltspunkt für die zeitliche Einordnung sind Funde kretischer Importware in Ägypten und umgekehrt, jedoch ist auch die Chronologie Ägyptens vom jeweils aktuellen Stand der Forschung abhängig.

Vorpalastzeit
Die Vorpalastzeit (ca. 3000 - 2000 v. Chr.) ist eine durch Handwerk und Handel geprägte Periode. Man findet keine Anzeichen hierarchischer Verwaltung oder Vorherrschaft. Auch Waffenfunde sind selten. Man nimmt an, dass die Insellage Kretas für die innere Sicherheit ausreichte. Auch im Inneren waren militärische Konflikte offenbar unbekannt.

Altpalastzeit
In der Altpalastzeit (ca. 2000 - 1700 v. Chr.) kommt es zu deutlichen Veränderungen, die eventuell durch die zeitgleiche Völkerwanderung in Griechenland und Kleinasien ausgelöst wurden. Man findet in dieser Periode eine zentrale Regierung durch Könige, die den Handel von ihrem Palast aus steuern. Gleichzeitig wird Kreta eine wichtige Seemacht. Im Land entstehen erstmals Städte mit hochwertigen Trinkwasser- und Abwassersystemen.

Das Ende der Altpalastzeit wird auf ein Erdbeben zurückgeführt.

Neupalastzeit
Dennoch ist der Übergang zur folgenden Neupalastzeit (1700 - 1400 v. Chr.) relativ glatt. Diese Periode zeichnet sich durch ihre vielen Paläste aus, deren bekanntester jener von Knossós ist. Man vermutet, dass dies ein Zeichen für eine weniger zentrale Regierung ist, in der regionale Fürsten an Einfluss gewannen. Kreta hat u.a. Thera, Kythera, Rhodos und Melos als Kolonien. Auch das kleinasiatische Milet wurde von Kretern besiedelt.

In der kretischen Religion gewinnt der Stier an Bedeutung (Minotauros). Diese Blütezeit endet etwa 1450, wobei als Ursache eine zeitlang der Vulkanausbruch von Thera (Santorin) vermutet wurde. Neuere Untersuchungen haben aber ergeben, dass der Ausbruch mindestens eine Generation vor den Zerstörungen auf Kreta stattfand. Heute steht fest, dass Kreta nach und nach von mykenischen Festlands-Griechen erobert wurde. Die minoischen Zentren wurden zerstört. Lediglich Knossos scheint bis ca. 1375 v. Chr. noch einen minoischen Herrscher besessen zu haben. Jedenfalls ist der Palast erst in dieser Zeit zerstört worden.

Nachpalastzeit
In der Nachpalastzeit (1450/1400 - 1100/1050 v. Chr.) besteht die Kunst der minoischen Kultur weiter. Während vorher die minoische Kultur die mykenische Kultur stark beeinflusst hat, verschmilzt nun mykenisches und minoisches. Allerdings bleiben auf Kreta typisch minoische Elemente bis zum Ende dieser Periode erhalten (teilweise mit Nachwirkungen in Achaische Zeit). Kreta ist politisch teil der mykenischen Welt und von Griechen beherrscht. Mykenische Herrscher regierten nur in Knossos und eventuell auch in Kydonia (Chania). Die anderen ehemaligen minoischen Paläste wurden nie wieder bezogen. In der Zeit um ca. 1200 v. Chr. gab es auf dem Festland viele Zerstörungen und Umwälzung, von denen auch Kreta nicht verschont geblieben zu sein scheint. Das minoisch-mykenische hielt sich noch bis ca. 1050. Die Geschichte Kretas in den "Dunklen Jahrhunderten" zwischen 1100 und 750 v. Chr. ist bis heute weitgehend im Dunkeln.

Theorien über den Untergang
Der Untergang der Minoer ist bis heute rätselhaft und bot von jeher Stoff für Spekulationen. James Baikie veröffentlichte 1910 ein Buch, in dem erstmals der Ausbruch der Vulkaninsel Thera für das Ende der Minoer verantwortlich gemacht wird. Der griechische Archäologe Spyridon Marinatos griff diese Idee 1939 auf, und veröffentlichte seine Theorie wonach der Ausbruch um das Jahr 1500 v. Chr. sämtliche minoischen Küstenstädte zerstört haben muss.

Naturwissenschaftliche Untersuchungen in neuerer Zeit ergaben Hinweise, dass der Ausbruch über 100 Jahre früher als bisher angenommen, nämlich 1628 v. Chr. stattgefunden haben könnte. Träfe dieses Datum zu, müßte man alle bisher um 1500 v.Chr. datierten minoischen Artefakte auch auf Kreta ins späte 17. Jh. datieren. Für Frage, ob der Untergang der "minoischen" Kultur durch die Eruptionen auf Santorin hervorgerufen wurde, spielt die Datierung des Aufbruchs demnach keine Rolle. Wichtig ist aber, dass es auf Kreta noch Keramikstufen gibt, die nicht auf Thera vorkommen. Diese bezeugen, dass sich der Niedergang auf Kreta erst 1-2 Generationen nach dem Ausbruch vollzog. Einige Zeit nach dem Ausbruch wurde die Insel sogar wieder von Minoern besiedelt, die jüngste in Thera aufgefundene Keramik stammt aus der Phase SM I A. Das Ereignis ist deshalb heute hauptsächlich für die Datierung dieser Epoche von Interesse.

Weiter stehen aber schwere Erdbeben, der Wegfall von Absatzmärkten für kretische Produkte oder innere Unruhen als Ursachen für den Niedergang der Minoer zur Diskussion. Sicher ist nur, dass schließlich achäische Fürsten den Palast in Knossos übernahmen. Dabei kommt eine militärische Eroberung ebenso in Betracht wie eine Übernahme durch eine geschickte Heiratspolitik.

Die Stadt kann auch von einer riesigen Flutwelle überschwemmt worden sein. Ist das vielleicht die versunkene Stadt Atlantis?

Die Frage nach dem Untergang der minoischen Kultur fand zu Beginn der Forschungen auch deshalb großes Interesse, weil die Minoer ohne jede Verbindung zur späteren Kultur Griechenlands verschwunden zu sein schienen. Die Entzifferung der Linearschrift B bewies aber die Anwesenheit einer griechisch sprechenden Herrscherschicht in der Nachpalastzeit. Die Kontinuität in der Kultur Kretas über den Umbruch hinweg und der Beitrag der Minoer zur Entstehung des späteren Griechentums werden seitdem immer deutlicher.

Bevölkerung
Die Besiedlungsdichte Kretas in minoischer Zeit entspricht auf dem Land etwa der heutigen. Die Städte waren jedoch deutlich kleiner als die modernen. Für Knossos schwanken die Schätzungen zwischen 10 000 und 20 000 Einwohnern. Kreta war damit für damalige Verhältnisse äußerst dicht besiedelt.

Die Sprache der Minoer war das Eteokretische

Viel zitiert ist Homers Beschreibung Kretas als Land mit 90 Städten und einem bunten Gemisch von Völkern und Sprachen (Odyssee, 19. Gesang, 173). Diese Verse beziehen sich zwar auf eine spätere Epoche, jedoch könnten schon in minoischer Zeit verschiedene Ethnien die Insel bewohnt haben.

Kultur
Die minoische Kultur war die erste europäische Hochkultur. Der Name Europa leitet sich von der phönizischen Königstochter Europa ab, die der Sage nach von Zeus nach Kreta entführt wurde. Von der Kunstfertigkeit der Minoer zeugen insbesondere die minoischen Palastanlagen in Knossos, Phaistos und Malia. Zahlreiche kunstvolle Wandfresken und filigrane Siegel bezeugen den hohen Entwicklungstand der minoischen Kultur. Die Minoer verwendeten eine eigene Schrift, die auf nicht sehr zahlreichen Tontafelfragmenten überliefert ist. Aus dieser Linearschrift A, leitet sich die von den Mykenern verwendete Linearschrift B ab. Die Mykener übernahmen zahlreiche weitere der kulturellen Errungenschaften der Minoer, womit die minoische Kultur ein direkter Vorläufer der griechischen Kultur war.

Einer der wohl erstaunlichsten auf Kreta ausgegrabenen Gegenstände ist eine Tonscheibe mit eingestempelten Schriftzeichen. Die Verwendung von Stempeln stellt für die Zeit vor 3700 Jahren eine einzigartige Innovation dar. Bei diesem einmaligen und rätselhaften Objekt handelt sich um den Diskos von Phaistos.


Religion
Zentren kretischer Religion bildeten Gipfel- und Höhlenheiligtümer. Auch die Paläste dürften kultischen Funktionen gedient haben.

Darstellungen, vor allem auf Siegeln und Ringen, lassen auf eine polytheistische Religion schließen. Möglicherweise war die kretische Religion geschlechtsspezifisch: Frauen werden meist mit weiblichen Gottheiten dargestellt, Männer mit männlichen.

In den Heiligtümern wurden Votivgaben aus Ton, Bronze und Silber entdeckt, die Miniaturabbildungen von Tieren, Fabelwesen und menschlichen Gliedmaßen darstellen. Abbildungen eines Stieres können als symbolisches Opfer des dargestellten Tieres, ein Fuß als Gebet um Gesundheit des Körperteils interpretiert werden.

Die Bemalung eines in Agia Triada gefundenen Sarkophags zeigt u.a. eine Opferszene: Mehrere im Profil dargestellte Priesterinnen bringen ein Stieropfer dar. Der Stier wird auf einem separaten Opfertisch geschlachtet. Im Hintergrund ist ein Flötenspieler erkennbar. Am rechten Rand des Bildes sind ein Altar, ein mit einer Doppelaxt geschmückter Pfeiler, sowie eine Art Schrein mit Doppelhörnern und einem Baum zu erkennen.

Durch neuere archäologische Funde in Anemospilia und Knossos sind auch Menschenopfer belegt.

Literatur
Baikie, James: The Sea Kings of Crete, London 1910. ISBN 1-4102-1256-4 
Fitton, J. Lesley: Die Minoer, Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 2004. ISBN 3-8062-1862-5 
Pars, Hans: Göttlich aber war Kreta, Dt. Taschenbuch Verlag, München 1981. ISBN 3-423-01649-3 
Otto, Brinna: König Minos und sein Volk, Artemis&Winkler Verlag, Düsseldorf/Zürich 1997. ISBN 3-7608-1219-8 
Wunderlich, Hans Georg: Wohin der Stier Europa trug, Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 1972. ISBN 3-498-07269-2 

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Linearschrift A

Linearschrift A ist eine Schrift der minoischen Kultur Kretas. Sie wurde vom 17. bis ins 15. Jahrhundert v. Chr. verwendet. Die Linearschrift A konnte bisher nur ansatzweise entziffert werden. Manche Forscher sehen in ihr jedoch einen Vorgänger der Linearschrift B.

Bekannt sind etwa 70 Silbenzeichen, 100 Zeichen mit Wortbedeutung, die teilweise mit Silbenzeichen kombiniert und dadurch näher bestimmt wurden, sowie diverse Zahlzeichen und so weiter.

Obwohl die der Schrift zugrundeliegende minoische Sprache unbekannt ist und bisher keiner bekannten Sprachfamilie zugeordnet werden konnte, lässt sich der Lautwert vieler Silbenzeichen durch Vergleiche mit Linearschrift B mehr oder weniger sicher erschließen. Die große Zahl von logographischen Zeichen ermöglicht die inhaltliche Erschließung aufgefundener Texte. Häufig dienten die auf Tontäfelchen eingeritzte Notizen zur Verwaltung, was vor allem Rückschlüsse auf wirtschaftliche Verhältnisse der Epoche ermöglicht.

Für das Schreiben in Ton ist das Ritzen von Linien, wie bei den Linearschriften verwendet, wenig geeignet. Man geht daher davon aus, dass hauptsächlich auf anderen, leider nicht sehr haltbaren Materialien wie Papyrus oder Pergament, geschrieben wurde. Die Tontafeln waren wohl Notizzettel, die nur kurze Zeit aufbewahrt wurden. Erhalten blieben sie uns wahrscheinlich nur deshalb, weil sie durch Brandkatastrophen gebrannt und so für die Ewigkeit konserviert wurden.

Einer der erstaunlichsten minoischen Funde ist eine Tonscheibe mit eingestempelten Schriftzeichen - der rätselhafte Diskos von Phaistos. Die Verwendung von Stempeln als Schreibwerkzeuge ist für die Zeit um 3700 v.u.Z. einzigartig. Es wird vermutet, dass es sich bei der Schrift des Diskos wie bei den Linearschriften um eine Silbenschrift handelt, bei der es sich jedoch weder um Linear A noch um Linear B handeln dürfte. Ungefähr zehn der Schriftzeichen des Diskos besitzen eine gewisse Ähnlichkeit zu Zeichen der Linearschriften.

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Linearschrift B

Linearschrift B (in Abgrenzung zu Linearschrift A) ist die jüngere Silbenschrift der kretisch-mykenischen Kultur Griechenlands. Sie wurde vom 14. Jahrhundert v. Chr. bis ins 12. Jahrhundert v. Chr. in Knossós, Kydonia und auf dem griechischen Festland während der kretomykenischen Zeit verwendet.

Bekannt sind etwa 90 Silbenzeichen, 160 Zeichen mit Wortbedeutung, sowie diverse Zahlzeichen und so weiter.

Funde
Bekannt wurde die Schrift 1878 durch einen Fund auf Kreta. Die Bezeichnung prägte Sir Arthur Evans, der Ausgräber von Knossós und bezeichnet das Aussehen der mit einzelnen Linien in Tontäfelchen geritzten Schriftzeichen. Wegen der engen Verwandtschaft mit der Linearschrift A wurden aufgefundene Tontäfelchen und ähnliche zunächst für minoisch gehalten.

Funde gab es auch in Palästen in Pylos, die von Carl Blegen aufgedeckt wurden. Weitere Fundstätten sind Mykene, Hagia Triada (auf Kreta) und Theben auf dem Festland.

Übersetzung
1952 gelang dem britischen Architekten und Sprachforscher Michael Ventris zusammen mit John Chadwick die Entzifferung. Es zeigte sich, dass die aufgefundenen Texte in einer frühen Form der griechischer Sprache (mykenisch-griechisch) abgefasst wurden.

Bei den Funden handelt es sich hauptsächlich um Notizen zu wirtschaftlichen und Verwaltungszwecken, die nicht zur dauerhaften Aufbewahrung bestimmt waren. Die Tontafeln blieben nur deshalb erhalten, da sie durch Brandkatastrophen gebrannt und so für lange Zeit haltbar gemacht worden sind.

Für das Schreiben in Ton ist das Ritzen von Linien, wie bei den Linearschriften verwendet, wenig geeignet. Man geht daher davon aus, dass hauptsächlich auf anderen, aber leider nicht sehr haltbaren Materialien wie Papyrus oder Pergament, geschrieben wurde.

Literatur
Werner Ekschmitt, Die Kontroverse um Linear B, Beck, München, 1982 ISBN 3406009824 
Antonin Bartonek, Handbuch des mykenischen Griechisch, Universitätsverlag Winter, 2002, ISBN 3825314359 

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Dorier

Die indogermanischen Dorier oder auch Dorer wanderten (Dorische Wanderung) ungefähr ab dem Ende des 13. Jahrhunderts bzw. zu Beginn des 12. Jahrhunderts v. Chr., eventuell aber auch erst ab dem 11. Jh. v. Chr., aus dem dalmatinisch-albanischen und epirenischen Raum kommend über Mittelgriechenland und den Golf von Korinth auf die Peloponnes und nach Kreta. Es wird angenommen, dass das Volk der Dorier der letzte der vier hellenischen Hauptstämme war, welches nach Zentral- und Süd-Griechenland zog.

Zuweilen werden sie als ein Volk bezeichnet, das ursprünglich aus Hirten und Bauern bestand, dessen Männer im Laufe ihrer Wanderung jedoch immer mehr zu Kriegern wurden. Früher nahm man an, dass sie auf ihrer Reise durch Griechenland als Zerstörer auftraten. Vor allem deswegen, weil die Zentren der mykenischen Kultur, die ca. 1600 v. Chr. begann und sich nach und nach bis zur östlichen Ägäis ausbreitete, gegen 1200 v. Chr. zerstört wurden. Allerdings hat sich in den letzten Jahrzehnten immer deutlicher gezeigt, dass die mykenische Kultur bis ca. 1050/1000 weiterlief. Zwar bricht das Palastsystem zusammen, die meisten Städte bleiben aber offenbar von derselben Bevölkerung besiedelt und die Keramik und andere Artefakte des 12. und 11. Jh. v. Chr. sind eindeutig Fortführung der mykenischen Kultur. Zudem gibt es - bis auf grobe Keramik, sog. Handmade burnished Ware, an einigen Orten - nichts wirklich Neues oder gar fremdes. Der früher überall verbreiteten Theorie einer massiven und gewalttätigen Dorischen Wanderung um 1200 v. Chr. begegnen Fachkreise daher mit immer größeren Skepsis und Ablehnung. Manche nehmen jetzt eine Einwanderung der Dorer in mehreren Schüben um 1000 v. Chr. an. Doch muss man solchen Hypothesen mit Vorsicht begegnen, denn nicht umsonst wird die Zeit zwischen 12. und 8. Jh. v. Chr. als das "dunkle Zeitalter" in der Geschichte Griechenlands bezeichnet. Aufgrund des Fehlens von schriftlichen Aufzeichnungen ist die Forschung auf die Zeugnisse der Archäologie angewiesen bzw. auf Überlieferungen später lebender Autoren. Erstere konnten zwar die Dark Ages in den letzten 3 Jahrzehnten etwas aufhellen, doch ist noch vieles unklar.

Einen historisch bedeutenden Staat bildeten die Dorier auf der Peloponnes, wo sie sich letztendlich in Sparta zu einem 'Herrenvolk' entwickelten, das nach einem Sklavenhalterprinzip herrschte und neben Athen zur vorherrschenden Macht (=Hegemonialmacht) in Griechenland wurde.

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2. Das Naturhistorische Museum in Heraklion (Kreta)

Ein weiteres von Touristen gut besuchtes Museum in der Hauptstadt von Kreta ist das Natur-Historische Museum. Es beschäftigt sich mit der Natur und der Geschichte der Natur von Kreta und des gesamten Mittelmeerraums. Es befindet sich direkt am Meer im Zentrum von Iraklio.

Das Museum hat mehrere Highlights. Am größten und auffälligsten sind die großen Dinosauriere in Lebensgröße. Manche von ihnen sind über 10 Meter hoch. Da sie teilweise Kopf und Schwanz bewegen können, sind die vor allem ein Erlebnis mit Kinder.

Sehr interessant ist der Simulator für Erdbeben. Zu jeder vollen Stunde kann man in einem Klassenzimmer Platz nehmen und Erdbeben der Stärke 5 und mehr erleben.

Daneben gibt es im lebenden Teilen des Natur-Historischen Museum von Heraklion einen kleinen Zoo für Amphibien und Reptilien. Einige einheimische Schlangen-Arten u.ä. sind zu bewundern.

Das Museum für Natur und Naturgeschichte hat täglich ab 9 Uhr bis zum späten Nachmittag geöffnet. Öffnungszeiten am Wochenende von 9 bis 17 Uhr, unter der Woche 9 bis 16 Uhr.

Der Eintritt beträgt 8 Euro. Rentner und Studenten zahlen 5 Euro, Kinder sind frei. Die Angaben der Eintrittspreise und Öffnungszeiten für das Natur-Historische Museum von Kreta wurden 2015 zum letzten Mal aktualisiert.

 


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