Flora von Kreta









 


Die Jahreszeit hat einen großen Einfluss auf das Landschaftsbild Kretas. Während das Land im Frühjahr durch die regenreichen Winter sehr grün ist, wirkt es im Herbst nach dem regenlosen, heißen Sommer karg und vertrocknet. Die Lage Kretas auf halben Weg zwischen Europa und Afrika hat eine einzigartige Flora hervorgebracht. Es sind mindestens 120 Pflanzenarten bekannt, die nur in Kreta vorkommen. Leider nehmen es die Kreta mit dem Naturschutz nicht so genau. Die Einstellung zur Natur hat sich in den letzten  Jahren in Griechenland jedoch etwas verbessert.


Bäume und Wald

Vor einigen tausend Jahren war Kreta weitgehend bewaldet. Heute gibt es nur noch einige größere Wälder im Westen Kretas und im Hochgebirge. Nur noch 3 % der Fläche Kretas sind heute bewaldet. Anstelle der Wälder dominiert heute eine Buschlandschaft auf Kreta.

Die bekannteste kretische Pflanze überhaupt ist die kretische Palme (phoenix theophrasti). Diese seltenen Dattelpalmen gibt es fast nur auf Kreta in der Nähe von Süßwasser.


Kretische Dattelpalme in Vai (Ostkreta)

Bekannte Orte, an denen diese Palme wächst, sind der Strand Vai im Osten der Insel und Preveli bei Plakias im Süden von Kreta. Außer auf Kreta kommt diese Pflanze in geringer Anzahl im Westen der Türkei vor. Die Dattelpalmen auf Kreta können sehr groß werden. Der Stamm kann einen Umfang von rund 1,5 Meter erreichen. Die Pflanze wird bei idealen Bedingungen bis zu 15 Meter hoch. Die Palmen von Preveli sind vor einigen Jahren teilweise einem Feuer zum Opfer gefallen. Sie haben sich aber überraschend schnell erholt. Die Flora von Kreta hat in ihrer Geschichte schon viele Feuer erlebt.

Die frische Frucht der verbreiteten Feigenbäume (Ficus carica) schmeckt ausgezeichnet. Feigenbäume gibt es in Kreta schon seit sehr langer Zeit. Vermutlich wurden sie von Menschen in der Antike in die Flora von Kreta integriert.

Feigenbäume sind an vielen Stellen auf der Insel verwildert und können mit den einheimischen Bäumen erfolgreich konkurrieren. Die Bäume mit den süßen Früchten können bis zu acht Meter hoch werden. Viele Feigen erreicht man jedoch mit den Händen ohne Leiter. Frische Feigen-Früchte halten nur wenige Tage nach dem Pflücken.

Interessant für Touristen aus dem Norden Europas ist auch der Johannisbrotbaum (Ceratonia siliqua).

Die Frucht Johannisbrot ist zuerst grün und wird dann dunkelbraun (siehe Bild). Das Mehl der Frucht erinnert etwas an Kakao. Man stellt daraus zum Beispiel Kuchen und Kekse her. Auch in deutschen Supermärkten enthalten einige Fertigprodukte Johannisbrotmehl.

Die Zelkove (Kelkova abelice) ist ein Ulme, die es nur in Kreta gibt. Weitere Bäume in der Flora von Kreta sind zum Beispiel der Eukalyptusbaum (Eucalyptus globulus),  die Zypresse (Cypressos sempervirens), der Erdbeerbaum (Arbutus andrachne), die Plantane (Platanus orientalis), der Essigbaum (Rhus typhina) und verschiedene Eichen (Korkeiche, Valoneneiche, Flaumeiche, Steineiche, Kermeseiche).

Auf Dorfplätzen und in Stadtparks beeindrucken häufig Maulbeerbäume (Morus nigra) die Urlauber.


Maulbeeren

Auch Edelkastanien (Castanea Sativea, Deutsch auch Esskastanie oder Süßkastanie) sieht man im ländlichen Kreta nicht selten. Auch Walnussbäume und Mandelbäume findet man häufig.

Wald auf Kreta: Schon in der Antike und im Mittelalter wurden die meisten Wälder abgeholzt. Wegen der heißen und trockenen Sommer kann Wald auf Kreta nicht einfach nachwachsen. Derzeit gibt es nur noch wenig Wald auf Kreta. Größere Ansammlungen von Bäumen findet man vor allem in höheren Lagen. Hier regnet es mehr und es wurde weniger Wald vernichtet. Früher war der Transport von Baumstämmen aus den Bergen an die Küste nur sehr schwer möglich, da es auf Kreta kaum Flüsse gibt. Auch an der Westküste sieht man hier und da einen kleineren Wald. Allgemein ist der Westen der Insel Kreta viel regenreicher als der Osten. Aber auch im Westen fällt im Sommer fast kein Regen. In den Bergregionen wachsen vor allem Nadelbäume. Besonders schön und interessant sind die wenig verbliebenen Eichenwälder auf Kreta.

Im Zukunft sind größere Wiederaufforstungen auf Kreta geplant. Mehr und mehr Stauseen halten das Wasser aus dem Winter in großen Becken zurück. Mit diesem Wasser könnten in Zukunft größere Flächen mit jungen Bäumen bewässert werden. Erreichen die Pflanzen nach einigen Jahren einige Meter Höhe, haben sie tiefe Wurzeln. Dann ist die Bewässerung im Sommer nicht mehr nötig. Es wäre mehr als wünschenswert, wenn Kreta langsam wieder aufgeforstet wird. Diese neuen Wälder sind leider teuer. Bleibt zu hoffen, dass die Europäische Union solche Programme im großen Umfang finanziert.

Siehe extra Seite über Bäume auf Kreta und Wald auf Kreta

Blumen

Viele Touristen im Frühjahr kommen unter anderem wegen der Wildblumen. Im März bis Juni blühen bunte Blumen an jeder Ecke Kretas. Am meisten beeindruckt sind viele Besucher der Insel von den wilden Orchideen. Diese kommen in scheinbar unendlich vielen verschiedenen Arten, die sich in Form, Farbe und Größe stark voneinander unterscheiden, vor. Einige werden bis zu einem Meter hoch. Ein Anblick, der viele Mitteleuropäer erstaunen lässt. Auch wilde Tulpen, roter Mohn, Anemonen, Pfingstrosen  und viele andere Blumen blühen überall.

Magariten  Mohnblumen auf Kreta  Blumen auf Kreta  Distel auf Kreta

Am spannendsten sind natürlich die seltenen Blumen. Nach unserer Erfahrung sieht man viele ungewöhnliche Blumen auf Kreta im Frühling in der Imbros Schlucht. Ganz andere Blumen findet man im Hochgebirge. Ideal für das Suchen und Fotografieren der Gebirgsblumen Kretas ist die Gegend um die Omalos-Hochebene.

Das Highlight für viele Blumen-Fans auf Kreta ist das Kreta-Alpenveilchen (Cyclamen graecum). Es kommt in mehreren Unterarten nur im regenreicheren Westen der Insel vor. Während die Unterart auf der Rhodopou-Halbinsel weiß blüht, sind die anderen beiden Unterarten rosa. Das Kreta-Alpenveilchen ist, anders als der Name es vermuten lässt, auf Kreta nicht endemisch. Die Blume kommt auch auf der Peloponnes, Zypern und einigen anderen Inseln wie Rhodos vor.

Es existieren auf Kreta auch Blumen, die im Sommer, Herbst oder gar Winter blühen. Die Mehrzahl der Blumen kann man jedoch zwischen Mitte März und Mitte Juni beobachten.

Kräuter

Diese sind in Kreta im Frühjahr und im Sommer nicht zu "überriechen". Am bekanntesten sind Diktamos, Oregano, Thymian, Rosmarin, Salbei, Gliederkraut, Lorbeer, Stechwinde, Lavendel, Bohnenkraut, Senfkraut, Brunnenkresse und Minze. Sehr interessant ist der Diktamos, eine Art Minze aus der Tee gemacht wird. Diktamos wächst in hohen Lagen in der Bergen.


Unser Tipp:  Diktamos aus Kreta im Internet

Wenn man die Gelegenheit hat, sollte man unbedingt mal eine Tasse Diktamos probieren. In vielen Cafes auf Kreta ist dieses Getränk, meist als "kretischer Bergtee" bezeichnet, im Angebot. Von der Antike bis ins 20. Jahrhundert war Diktamos auch als Wunderpflanze zur Wundheilung bekannt. Die Kräuter Kretas kann man preiswert auf Wochenmärkten kaufen. Auch in den Städten, wie in der Altstadt von Rethimnon oder Chania, gibt es einige gute  Kräuterläden.

Weitere Informationen hierzu findet Ihr auf einer eigenen Seite in diesem Online-Reiseführer:    Kräuter und Gewürze auf Kreta

Kulturpflanzen

Ackerbau wird in Kreta aufgrund der Trockenheit wenig betrieben. Olivenbäume (Olea europea), Zitrusfrüchte und Weinberge prägen die Landschaft weiter Teile Kretas. Der häufigste Baum auf Kreta ist mit Abstand der Olivenbaum.

Die Olive und das Olivenöl sind die wichtigsten Produkte der kretischen Landwirtschaft, weit vor Wein und Orangen.

Der größte Teil der Fläche Kretas ist jedoch nicht kultiviert. Häufig angebaute Baumfrüchte sind: Zitronen, Orangen, Äpfel, Kirschen, Birnen, Pfirsiche, Feigen und Aprikosen. Seit einigen Jahren werden auch zunehmend Avocados und Kiwis angepflanzt. Die Wildbirne (Prunus amygdaliformis) ist in Kreta heimisch. Auch Quiten werden und wurden häufig angebaut. Von griechischen Wort Cydonia (Quite) wurde der Name von Hania, der zweitgrößten Stadt auf Kreta, abgeleitet. Wer im Winter oder Frühling kommt, kann seine Zitrusfrüchte selbst pflücken.

Tomaten, Gurken und Bohnen gehören zu den wichtigsten Gemüsesorten auf Kreta. Tomaten werden in sehr großen Mengen um Timbaki in einfachen Treibhäusern angebaut. Es ist eines der größten Tomatenanbaugebiete Europas. Baumwolle, Tabak und Erdnüsse wurden früher häufig auf Kreta kultiviert. Diese Pflanzen sind aber heute kaum noch zu finden. Der internationale Preisdruck in der globalisierten Landwirtschaft war zu groß.

Tipp:   Tolle Übersicht über Ferienwohnungen und Hotels auf Kreta

Honig

Imker gibt es seit den Minoern vor vielen Tausend Jahren auf Kreta. Besonders gut schmeckt der Honig aus abgelegenen Gegenden. Dort beeinflussen die Zierpflanzen der Gärten nicht den Geschmack. Der wilde Thymian und andere Blumen machen den Honig aus Kreta zu einem der besten Honige in Europa.

Echter kretischer Wildhonig ist eine Delikatesse. Er ist zwar nicht ganz billig, aber ein tolles Souvenir aus einem Kreta-Urlaub. Am besten kauft man ihn in dem Dorf, in dem er produziert wird. In Deutschland gibt es den Honig aus Kreta bei Amazon .


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