Kreta Diät


 

In den 60er Jahren begannen amerikanische Universitäten mit Studien das Phänomen der hohen Lebenserwartung auf Kreta zu erforschen. Das Ergebnis war, dass in Kreta gewisse Zivilisationskrankheiten wesentlich seltener sind als in anderen Ländern. Dies gilt vor allem für Herz-Kreislauferkrankungen und gewisse Krebsarten wie den Dickdarmkrebs. In den letzten 2-3 Jahrzehnten sind diese Krankheiten in Kreta häufiger geworden, die Zahlen liegen aber immer noch deutlich unter dem EU-Durchschnitt. Ich bin schon einige Male in Kreta mit einheimischen Menschen in Gespräch gekommen, die 90 Jahre und älter waren, 1-2 Schachtel Zigaretten am Tag rauchten, aber gesund wirkten. Schnell wurde durch die amerikanischen Studien klar, dass die hohe Lebenserwartung der Kreter vor allem mit den Ernährungsgewohnheiten auf Kreta zusammenhängt. Der Begriff "Kreta-Diät" war geboren. Viele Menschen in Industrieländern begannen die Ernährungsgewohnheiten der Kreter zu kopieren. Der Begriff Diät ist eigentlich falsch: Es handelt  sich nicht um einen Versuch zur Gewichtungsreduktion, sondern um eine langfristig angelegte Lebensweise. Die Kreter hungern nie, sie essen immer soviel sie wollen.

     

Folgende 6 ernährungsbedingte Gründe für die hohe Lebenserwartung auf  Kreta werden von den meisten  wissenschaftlichen Studien genannt:

1. Olivenöl: Die Kreter verwenden zu kochen, braten und zum Salat  fast nur Olivenöl. Hierbei ist es wichtig, daß es sich nicht um irgendein Olivenöl handelt, sondern um ein Öl, das aus traditionellen kretischen Olivensorten hergestellt ist. Hier ist vor allem die Olivensorte Mouratolia immer wieder genannt. Diese Sorte wird zur Herstellung von billigem Olivenöl  nie verwendet, da diese Sorte nicht sehr ertragreich ist. Die Oliven sind recht klein.

2. Reichlich Fisch, wenig Fleisch: Traditionell wurde in Kreta Fisch fast täglich, Fleisch nur an Feiertagen wie Ostern gegessen. Dies hat sich in den letzten Jahren jedoch stark geändert.

3. Viel frisches Obst und Gemüse: Vor allem sehr viele Sorten von grünem Salaten und Kräutern werden gegessen. Vieles wird nicht angebaut, sondern in der Natur gepflückt. Die Wirkung vieler Heilkräuter, die in Kreta reichlich gegessen werden, ist wissenschaftlich umstritten

4. Rotwein: Ob Wein in geringen Mengen gut oder schlecht für die Gesundheit ist, ist noch unklar. Fest steht jedoch, dass Wein besser ist als andere alkoholhaltige wie Bier. Vor allem in Frankreich werden derzeit große Studien zu diesem Thema gemacht.

5. Milchprodukte: Käse wie Feta aus Ziegen- oder Schafsmilch scheint gesünder zu sein als von Kühen (höherer Anteil an gesunden Fettsäuren)

6. Keine Zusatzstoffe: Lebensmittel werden direkt vom Bauern gekauft und nicht industriell verarbeitet. Süßigkeiten werden aus Honig hergestellt und nicht aus Industriezucker.


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