Wanderung durch die Aradena-Schlucht (Kreta)





 


Aradena ist ein Dorf in dem Gebirge Lefka Ori (Weiße Berge) im Südwesten der Insel Kreta in Griechenland. Die Wanderung durch die Aradena-Schlucht ist eine der beliebtesten und schönsten Wanderungen auf Kreta. Ausgangspunkt der Wanderung ist das Dorf Aradena, Endpunkt das Meer an der Südküste der Insel Kreta. Nach einem Abstieg von etwa 20 Minuten geht man circa drei Stunden in der Schlucht.



Erreicht man das Meer, findet man einen wunderschönen Strand (Marmara Beach) mit einer Taverne. In der Saison kann man hier sehr lecker Essen. Von Marmara fährt man mit einem kleinen Fähre weiter nach Loutro bzw. Hora Sfakia oder geht auf einem Wanderweg weitere 90 Minuten zum Dorf Loutro.

Die Brücke und das Dorf Aradena

Man fährt von Chora Sfakia auf einer Straße Richtung Anopolis. Die heutzutage gut befahrene Straße schlängelt sich auf unzähligen Serpentinen in viele hundert Meter Höhe. Man hat einen grandiosen Ausblick auf das Lybische Meer in verschiedenen Blautönen. Man durchquert das langgezogene Dorf Anopolis und erreicht nach insgesamt 15 Kilometer eine Brücke. Die Brücke aus Stahl besteht an der Unterseite aus Holzbalken. Fährt man mit dem Auto hinüber, entsteht ein extrem lautes Geräusch, das viele Kilometer zu hören ist. Direkt nach der Brücke von Aradena ist ein Parkplatz. Hier startet unsere Wanderung durch die Schlucht.



Das Dorf Aradena selbst ist eine Sehenswürdigkeit. Es handelt sich um ein verlassenes Dorf. Um das Jahr 1947 verließen alle Einwohner ihre kleine Gemeinde. Zwei Familien hatten damals in Aradena eine Vendetta ausgetragen. Mehrere Dorfbewohner wurden ermordet. Der Rest der Bewohner zog daraufhin aus Angst weg. Nur die Kirche wurde seither renoviert, alle anderen Häuser sind in den letzten 70 Jahren zu Ruinen verkommen.


Das verlassene Dorf Aradena mit renovierter Kirche, im Hintergrund der Wander-Parkplatz an der Brücke

In den letzten Jahren sollen wenige Einwohner wieder zurückgekommen sein und wollen einige Häuser renovieren. Viele Wanderer und Touristen gehen in dem Dorf spazieren. Die vom Einsturz gefährdeten Häuser sind natürlich eine Gefahr. Achten sollte man vor allem im Frühling auf die vielen wilden Blumen. Viele der Pflanzen gibt es nur hier oben im Lefka-Ori-Gebirge.

Bungee Jumping in Kreta (Aradena)

Von der oben beschriebenen Brücke wird in der Saison Bungee-Jumping angeboten. Nirgendwo in Griechenland und nur an ganz wenigen Stellen in Europa (z.B. Europabrücke in Tirol, Österreich) kann man einen längeren Bungee-Jump machen. In Aradena geht es 138 Meter in der Tiefe. Wer zuschauen möchte oder gar die Absicht hat zu Springen, kann sich auf der Webseite des Veranstalters informieren.

Beschreibung der Aradena-Wanderung

Man steigt rechts nach der Brücke auf einem markierten Weg ab. Unten im Tal geht man in der Schlucht unter der Brücke hindurch. Selbst knapp 150 Meter unter der Brücke fürchtet man sich von dem gewaltigen Geräusch, wenn ein Fahrzeug über die Brücke fährt.


Die berühmte Aradena-Brücke aus der Schlucht fotographiert

Die Wanderung durch die Schlucht auf Kreta ist gut markiert. Man sollte trotzdem aufpassen, dass man sich nicht verläuft. Insgesamt sind in mehr als drei Stunden 700 Höhenmeter zu überwinden. An einer Stelle musste man früher mit Hilfe von Seilen und einer Leiter absteigen. Seit über 10 Jahren gibt es hier einen neuen Wanderweg. Somit kann man die schwierige Stelle nun weitläufig umgehen. In der Schlucht sieht man häufig die Kadaver von toten Ziegen. Diese stinken oft extrem Dennoch muss man in der engen Schlucht oft sehr nah an den toten Tieren vorbeigehen. Auch sieht man manchmal Steinschläge, die eine große Gefahr für die Wanderer in der tiefen Schlucht sind. Am Meer geht man links weiter Richtung Loutro oder nimmt ein Boot dorthin. Bis Loutro sind wir nochmals knapp 90 Minuten gegangen. Unterwegs kann man in Tavernen einkehren.

Gefahren der Wanderung

Die Wanderung durch die Aradena-Schlucht ist keine einfache Wanderung. Man sollte schwindelfrei und trittsicher sein. Wandererfahrung sollte vorhanden sein. Auch die Ausrüstung (Schuhe usw.) solltem passen. Man muß unbedingt genug Wasser mitnehmen. In der Aradenaschlucht ist es im Sommer extrem heiß. Wasser gibt es in der Schlucht nicht. Die Taverne am Marmara-Strand hat nur in der Saison geöffnet. Man sollte sich nicht darauf verlassen, dass die Taverne geöffnet hat oder das es ein Boot nach Loutro oder Chora Sfakion gibt. Immer besser zu viel als zu wenig Trinkwasser und Proviant mitnehmen. Bei einem Unfall kann man in der Schlucht nicht auf schnelle Hilfe hoffen. An vielen Stellen besteht die Gefahr abzustürzen. Auch zwischen Marmara und Loutro gibt es einige Stellen, an den man durch einen falschen Tritt viele Meter in die Tiefe stürzen kann. In der Aradena-Schlucht gab es schon viele schwere Unfälle von Wanderern u.a. durch Sturz in die Tiefe und Steinschlag. Wandern in den Bergen ist überall eine Gefahr - ob in den Alpen oder auf Kreta.

Taverne in Marmama

Es ist eine sehr gute Taverne. Viele der Speisen sind hausgemacht, die Zutaten stammen aus der Region. In Winter schließt der Tavernenwirt, der aus einem Dorf in der Gegend stammt, die einsame Kneipe am Marmara-Beach. Dann öffnet er seine Taverne in der Großstadt Chania auf Kreta. Es ist eines der besten Restaurants der Stadt. Der Marmara-Strand wird von den Einheimischen auch Dialiskari-Strand genannt.

Anfahrt zur Aradena-Schlucht

Die meisten Wanderfreunde lassen ihr Auto in dem Dorf Chorsa Sfakia stehen oder fahren mit dem Bus dorthin. Von Chora Sfakia gibt es in der Saison zwei Busse pro Tag über Anopolis nach Aradena (aktuell 2019: Nach Aussage eines Tavernenwirts in Anopolis gibt es keine Busse mehr). Man geht durch die Schlucht und nimmt ein Boot von Marmara oder Loutro zurück nach Chora Sfakia. Somit ist man wieder am Ausgangspunkt des Tagestrips. Der Bus nach Aradena verkehrt im Sommer 2016 von Chora Sfakia um 9 Uhr und um 15:30. Natürlich ist für die Schluchtwanderung nur der Bus um 9 Uhr sinnvoll. Vorsicht, der Busfahrplan kann sich auf Kreta jederzeit ändern. Auch mit dem Taxi fahren viele Touristen hoch zur Brücke von Aradena. Wenn man sich das Taxi mit einigen anderen Wanderern teilen kann, ist es nicht allzu teuer.

Wichtig: Man sollte sich in Chora Sfakia genau über den tägliche Fahrplan der Busse und Fähren vor der Wanderung informieren. Oft ändern sich Fahrpläne. Fähren können bei Wind und Wellen ausfallen.

Die Aradena-Schlucht nach oben gehen

Einige gehen die Aradena-Gorgen (englischer Name der Schlucht) auch bergauf. Dies ist möglich, 700 Höhenmeter sind allerdings nur für sehr fitte Menschen ein Pappenstiel. Man sollte auch wissen, dass es derzeit (Anfang 2019) keinen Bus von Aradena nach Chora Sfakia gibt.

 

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